Hintergrund dieses zugegeben etwas merkwürdigen Titels ist eine Erfahrung, welche ich im Rahmen meines Praktikums bei der Grameen Bank gemacht habe: Wenn ich schon mal in “der Gegend” bin, so dacht ich mir, könnte ich doch die Chance nutzen um an der International Development Conference in Jamshedpur – Indien teilnehmen.
Während dieser von der internationalen Studentenorganisation AIESEC (www.aiesec.de) veranstalteten Tagung haben wir eines Abends auch ein Museum besucht. Meine Wenigkeit war damals recht enttäuscht, wurden doch in äußerst unkreativ eingerichteten Räumlichkeiten lieblos primitivstes Werkzeug und landwirtschaftliche Geräte aus scheinbar grauer Vorzeit präsentiert. In meiner Erinnerung schien mir das Museumsdorf-Düppel, welches ich als Kind besucht hatte, da doch um einiges spannender.
Der Aha-Effekt sollte jedoch am nächsten Tag folgen. Mit dem Ziel ein Bewässerungsprojekt zu besichtigen überquerten wir ein Feld, auf dem auch ein gerade ungenutzter Pflug lag (siehe Bild). Dieser erinnerte mich stark an jene Gerätschaften, welche ich am Abend zuvor im Museum gesehen hatte. Doch dies war kein Museum! Auf Nachfrage wurde meine Vermutung bestätigt, dass ich Tölpel irrtümlich davon ausgegangen war, dass in der besuchten Ausstellung Gerätschaften aus dem Mittelalter oder aus noch länger vergangenen Zeiten zu sehen wären. Es handelte sich jedoch um zeitgenössische Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände aus der lokalen Umgebung!
Nicht, dass ich nicht auch in den Wochen zuvor viel Armut gesehen hatte, und an Statistiken darüber, wie viele Menschen in Bangladesch und Indien von weniger als 1 US-Dollar am Tag leben müssen, mangelt es mir ebenfalls nicht. Aber dennoch war es noch mal etwas anderes auf diese Weise verdeutlich zu bekommen, was es eigentlich heißt unter solchen Bedingungen leben zu müssen.
An diese Erfahrung erinnert hat mich übrigens die Lektüre des Buches “Der Reichtum der Dritten Welt. Armut bekämpfen, Wohlstand fördern, Würde bewahren” von C.K. Prahalad. Jener setzt sich dafür ein, Menschen in Entwicklungsländern weniger als hilfsbedürftige Arme, sondern viel mehr als potentielle Kunden und Unternehmer zu betrachten. Auf oben beschriebenen Zusammenhang lässt sich dieser Gedanke meiner Meinung nach sehr gut anwenden. So erfordert es doch nicht sonderlich viel Phantasie sich vorzustellen, dass es mit dem heutigen Wissen möglich sein sollte, speziell auf die lokalen Umstände zugeschnittene Gerätschaften zu entwickeln, die sich durch entsprechende Steigerungen des Ernteertrages quasi selbst finanzieren. Ein gutes Beispiel dafür, wie das in der Praxis aussehen kann, liefert u.a. die kenianische NGO Kickstart. Um derartige Unternehmungen nicht am mangelnden Kapital der Zielgruppe scheitern zu lassen, wären natürlich auch Kooperationen mit Mikrokredit- / Mikrofinanz-Institutionen vorstellbar.
























