Man sollte meinen, dass es im Non-Profit-Sektor aufgrund mangelnder Chancen einen schnellen Euro zu machen, vor allem aber wegen der gemeinsamen Werte und dem Streben Gutes zu wirken weniger ruppig zugeht als in der “Wirtschaft”. Wenn man sich jedoch die Geschichte von The-Care-Club anschaut, kommen einem doch Zweifel. Besagtes Unternehmen ist im letzten Jahr mit einem Charity-Online-Shop gestartet bei dem der Kauf ausgewählter Produkte mit einer Spende an soziales Projekt verbunden wurde. Obwohl man sich über die Details der Umsetzung sicherlich streiten kann, ist das eine meiner Meinung nach sehr nette Idee, die es verdient hatte ausprobiert zu werden.
Bereits zur Eröffnung hatten die Macher schon eine Menge Durchhaltevermögen bewiesen, ist ein solches Businessmodell doch keineswegs im deutschen Gesetzesdschungel vorgesehen, und so wurden bereits im Vorfeld nicht weniger als 19 Steuerberater verschlissen. Was mich damals jedoch noch mehr enttäuscht hatte waren die teilweise äußerst negativen Reaktionen in Folge diverser Presseberichte, wobei die Kommentare im Heise-Forum wohl den traurigen Höhepunkt bildeten. Es ist mir heute wie damals ein Rätsel, wie man soviel Energie darauf verwenden kann, Menschen, die sich um eine bessere Welt bemühen, niederzumachen.
Leider war das aber bei Weitem noch nicht der letzte Schlag, den man bei The-Care-Club erleiden musste. Ende Sommer letzte Jahres wurde man nämlich von niemand geringerem als der Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg e.V. (www.care.de) abgemahnt, da man den Markennamen “Care” widerrechtlich genutzt habe um Spenden einzuwerben. Mal abgesehen davon, ob diese Abmahnung mit Vorwarnung kam, wie der Hauptgeschäftsführer von Care Dr. Wolfgang Jamann hier schreibt, oder gänzlich ohne, wie die Macher von The-Care-Club hier noch einmal bestätigen, fällt es mir schwer, die Grundlage für dieses Vorgehen nachzuvollziehen. Abgesehen davon, dass es beim Deutschen Patent- und Markenamt für “Care” über 1.000 Einträge gibt, findet man alleine im Helpedia-Verzeichnis gemeinnütziger Organisationen noch 2 weitere Hilfsorganisationen mit dem Wort “Care” im Namen.
Nun ja, auf jeden Fall hat diese Angelegenheit dazu beigetragen, dass The-Care-Club nicht mehr existiert, und die Seite inzwischen vom Netz genommen wurde, bzw. auf den entsprechenden Blog des Enable-Portal-für-Unternehmer der Financial Times Deutschland verweist (den eigentlichen Blog gibt’s interessanter Weise immer noch, wenn auch mit recht “minimalistischem” Design). Schade, wenn einem beim Versuch sich als Social Entrepreneur um die Welt verdient zu machen, solch unvorhersehbaren Steine in den Weg gelegt werden.
So oder so freut es mich sehr, dass die MacherInnen hinter The-Care-Club den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern mit “netzwirken” schon wieder das nächste Projekt in Planung haben, an dem scheinbar auch die AGELOS Social Ventures GmbH beteiligt ist. Mehr dazu jedoch ein anderes Mal. Vorerst bin ich auf jeden Fall froh, mich damals doch dazu durchgerungen zu haben, 400€ in die Markenanmeldung von Helpedia zu investieren.




















Erstellt am 7.3.2008 um 17:14
Kurze Info: In netzwirken ist die Aidcraft (als Betreiber von TTC) nicht involviert. Ich (Jochen Holtrup) bin aus der Aidcraft ausgeschieden und verfolge neue Engagements - wobei ich natürlich der AC, den neuen Ideen von Lars und Markus und Allen Beteiligten, nur das Beste, viel Kraft und Kreativität wünsche.
Erstellt am 7.3.2008 um 18:23
Besten Dank für die Info. Wenn ich das richtig verstehe, dann erwartet uns neben “netzwirken” also noch ein weiteres Projekt aus dem The-Care-Club-Umfeld. Ich bin gespannt.
Erstellt am 7.5.2008 um 13:00
[...] The Care Club Über dieses, inzwischen eingestellte, Projekt habe ich ja hier schon geschrieben, wobei sich der Ansatz doch nennenswert von Igive oder Planethelp unterschied, da [...]