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Archiv für die Kategorie ‘Social Entrepreneurs’

Social Entrepreneurs: Bill Drayton (Ashoka)
23.1.2008, 11:30 Uhr

Nachdem ich in meinem Beitrag über die Grameen Bank ja schon das ein oder andere mal das Wort Social Entrepreneurship gebraucht und auch schon mit einigen Namen um mich geschmissen habe, will ich das Thema nun in der Tat ein wenig näher beleuchten. In diesen wie in kommenden Beiträgen sollen daher ein paar Menschen und Projekte vorgestellt werden, die zwar nicht alle direkte Vorbilder, in jedem Fall aber Inspirationsquelle für Helpedia waren und sind.

Um möglichen Irritationen vorzubeugen, sei noch eine kurze Definition des Begriffes vorangestellt wie ich ihn auf der Website von Ashoka-Deutschland gefunden habe:

“Social Entrepreneurship (Sozialunternehmertum) ist unternehmerisches Handeln, das auf die nachhaltige Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit innovativen und skalierbaren Mitteln abzielt, anstatt profitorientierte Ziele zu verfolgen.”

Nun aber endlich zu Bill Drayton, der den Begriff des Social Entrepreneurs wie wohl kaum ein anderer geprägt hat und auch schon als “godfather of social entrepreneurship” bezeichnet wurde. 1981, als er noch bei McKinsey gearbeitet hat, gründete er die gemeinnützige Organisation Ashoka mit dem Ziel, herausragende Social Entrepreneurs zu finden und zu unterstützen (erstaunlich, das er Zeit dafür hatte, so was nebenbei zu machen…). Das Neue an seinem Ansatz war, dass Ashoka im Gegensatz zu klassischen Stiftungen bewusst nicht auf Projekte, Organisationen oder auch nur Ideen sondern einzelne Menschen setzt. Laut Mr. Drayton gibt es nichts Kraftvolleres, als eine gute Idee in den Händen eines Social Entrepreneurs, und ich will ihm da nicht widersprechen. So gab es auch schon vor Muhammad Yunus Mikrokrofinanzinstitutionen, aber erst er hat daraus eine weltweite Bewegung zur Bekämpfung extremer Armut gemacht. Interessanter Weise scheint die Fokussierung auf Einzelpersonen inzwischen auch in der kommerziell ausgerichteten Venture Capital Szene die Runde zu machen (nachzulesen etwa hier oder hier).

Heute hat Ashoka mehr als 1.800 Fellows (eine Art „Stipendiaten) in über 60 Ländern ausgewählt, davon auch 13 in Deutschland. Eine Handvoll der prominentesten Beispiele sowie ein paar grundsätzlichen Überlegungen finden sich in David Bornsteins lesenswertem Buch „Die Welt verändern. Social Entrepreneurs und die Kraft neuer Ideen“.

Meiner einer ist spätestens seit er 2003 als Protokollant auf dem Grameen-Ashoka-Dialogue die Möglichkeit hatte, einige der Fellows persönlich kennen zu lernen, großer Ashoka Fan. Verdammt beeindruckt von den verschiedenen Persönlichkeiten und deren Projekten kam ich mir damals vor wie ein Möchtegernfußballprofi, der am Training der deutschen Nationalmannschaft teilnehmen darf. Der Auswahlprozess von Ashoka mag lang und umständlich erscheinen, sorgt aber für eine Konzentration auf die wirklich herausragenden Player im sozialen Bereich, die dann mit Geld, Kontakten und Reputation dabei unterstützt werden, ihre Ziele zu erreichen.

Mehr über Bill und Ashoka könnt Ihr hier in seinen eigenen Worten erfahren (leider nur in Englisch):


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