Leo ist Journalist beim Guardian und eigentlich ein ganz normaler Großstadtbewohner. Dies ändert sich zu dem Zeitpunkt, an dem er sich entscheidet, ein “ethisches Experiment” anzufangen.
Sein bisheriges Leben (das von unkritischem Konsum dominiert war) wird nach ethischen Gesichtspunkten hinterfragt und diesbezüglich abgeändert.
Seine Frau wird überredet, bei dem Projekt mitzumachen (mehr oder minder freiwillig) und auch seine kleine Tochter Esme zieht im Kampf für die gute Sache die “ethisch korrekte”, wiederverwendbare Windel an (oder besser gesagt, bekommt sie von den Eltern übergestülpt).
Als Unterstützung greift er auf drei Berater zurück, die seine Lebensgewohnheiten beobachten und ihm Änderungsvorschläge unterbreiten. Stückweise nehmen die Berater Leos Leben auseinander und zeigen ihm, was für negative Auswirkungen seine bisherige Lebensweise auf die Umwelt hat, und wie er das ändern kann. Zu dem ganzen Thema hat er übrigens auch eine Kolumne verfasst und sein Experiment in dem Blog “Ethical Living” häppchenweise an die Öffentlichkeit getragen)
Bei den Änderungsversuchen setzt dann der Unterhaltungswert des Buches “Fast nackt” ein, welches eben diese beschreibt auf sehr ironische Weise beschreibt. Von wiederverwendbaren Windeln (die auslaufen), bis hin zum eigenen Wurmkompost schildert Leo seine Versuche, sich vorbildlich zu verhalten.
Es wird dargelegt, welche Überlegungen sich der Autor über biologische Putzmittel, Müllvermeidung und die ökologisch verträgliche Umgestaltung seines Hauses macht. Besonders amüsant erschienen mir seine rationalen Ideen zu einem alternativen Weihnachtsfest.
“Ganz gleich, unter welchem Blickwinkel Sie es betrachten, einen Baum abzuholzen, ihn hunderte von Kilometern zu transportieren, elektrische Lichter daran zu hängen und ihn drei Wochen später wegzuwerfen, ist ein wenig verrückt. Am besten wäre es wahrscheinlich, überhaupt keinen Baum zu haben und nur eine Topfpflanze zu dekorieren, aber irgendwie vermittelt das nicht den gleichen Zauber. (Mummy, Mummy, wann dürfen wir die Zimmerlinde schmücken? )” (S. 303)
Außerdem wollte er seiner Familie ein vegetarisches Weihnachtsessen verabreichen (anstelle des obligatorischen Truthahns). Aber am Ende siegt dann doch der traditionelle Baum und es gibt Biofleisch.




















