Helpedia unterstützen!

Archiv für die Kategorie ‘Gemeinnütziger Sektor’

Helpedia-News vom 29. April-8. Mai 2008
9.5.2008, 13:48 Uhr

Hier das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Tibet – Kultureller Völkermord
Joana Breidenbach hat hier einen anspruchsvollen und vor allem erfrischend differenzierten Artikel über die aktuelle Lage in Tibet veröffentlicht.

Umsatzsteuerrechtliche Behandlung des Sponsoring
Rechtsanwalt Stefan Winheller geht auf diverse steuerrechtliche Details ein, die man bei der Annahme von Sponsorengeldern beachten muss.

33 Prozent Plus für Fairtrade

Laut der Siegel-Initiative TransFair e.V. handelt es sich bei Fairtrade nach wie vor um eine Wachstumsbranche par excellence (via Karma Konsum).

Social Innovation Camp und andere “soziale Barcamps”
Mario Ruckh liefert Inspiration für das erste deutsche Socialcamp.

Birma-Aktion: Jetzt mitmachen!
Die Kampagne 2.0 nutzt hier aus aktuellem Anlass die neue Plattform für individuelle Charity-Aktionen Elargio.

Philantrophy 2.0 (englisch)
Video einer Diskussionsrunde des us-amerikanischem Who-is-Who der Weltverbesser-2.0-Szene. Mit dabei sind Kiva, DonorChoose, Facebook Causes, The Motely Fool und die Case Foundation. Die Qualität ist leider äußerst bescheiden, aber hörenswert ist es alle mal (via Tactical Philantrophy).

Helpedia-News vom 20.–28. April 2008
28.4.2008, 22:28 Uhr

Hier das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Blogs in der Entwicklungszusammenarbeit
Ulrich Schlenker und Björn Lampe haben sich mal umgeschaut, was es so an Blogs im Bereich Entwicklungszusammenarbeit gibt und sehen hier… nun ja, noch eine Menge Potential will ich mal sagen. Freue mich auf jeden Fall schon, die beiden auf dem Socialcamp mal “live” kennen zu lernen.

Die neue grüne Welle
Unter dem Titel “Sigmar und die Öko-Schickeria – ein Protokoll” schreibt Andrea Nienhaus mit amüsant-süffisantem Unterton über eine Diskussionsrunde des Zeit Forum Wissenschaft.

Ehrenamtscard in Niedersachsen
Michaele Hamburger und Michel Elberfeld berichten auf ihrem Blog begeistert über eine Karte, welche ehrenamtlich engagierten Menschen in Niedersachsen zahlreiche Vergünstigungen ermöglicht.

Web 2.0 Tools für Non-Profits
Dr. Brigitte Reiser berichtet über eine us-amerikanische Umfrage bezüglich der Erfahrungen gemeinnütziger Organisationen mit Blogs, Facebook, YouTube und Co.

Weltmalaria-Tag
Der Deine-Stimme-Gegen-Armut-Blog weißt in seinem Artikel zum Weltmalaria-Tag (25. April) darauf hin, dass diese heilbare (!!!) Krankheit noch immer bis zu 3 Millionen Menschen im Jahr dahinrafft!

Helden der Arbeit
Patrick Breitenbach schreibt, dass nur 12% der Deutschen motiviert in ihrem Unternehmen arbeiten und macht dafür u.a. fehlenden Sinn der jeweiligen Tätigkeiten verantwortlich. Tja, da kann ich jenen unmotivierten 88% unserer Bevölkerung doch nur empfehlen sich den gemeinnützigen Sektor mal genauer anzuschauen. Zumindest Sinn gibt es da genug…

Unterentwicklung als Zeitreise
27.4.2008, 21:21 Uhr

Hintergrund dieses zugegeben etwas merkwürdigen Titels ist eine Erfahrung, welche ich im Rahmen meines Praktikums bei der Grameen Bank gemacht habe: Wenn ich schon mal in “der Gegend” bin, so dacht ich mir, könnte ich doch die Chance nutzen um an der International Development Conference in Jamshedpur – Indien teilnehmen.

Während dieser von der internationalen Studentenorganisation AIESEC (www.aiesec.de) veranstalteten Tagung haben wir eines Abends auch ein Museum besucht. Meine Wenigkeit war damals recht enttäuscht, wurden doch in äußerst unkreativ eingerichteten Räumlichkeiten lieblos primitivstes Werkzeug und landwirtschaftliche Geräte aus scheinbar grauer Vorzeit präsentiert. In meiner Erinnerung schien mir das Museumsdorf-Düppel, welches ich als Kind besucht hatte, da doch um einiges spannender.

                              Ackerbau im 21. Jahrhundert?         Überbleibsel aus der Kolonialzeit?         Wohnen im 21. Jahrhundert!?         Logistik im 21. Jahrhundert?         Schulbus im 21. Jahrhundert!?

Der Aha-Effekt sollte jedoch am nächsten Tag folgen. Mit dem Ziel ein Bewässerungsprojekt zu besichtigen überquerten wir ein Feld, auf dem auch ein gerade ungenutzter Pflug lag (siehe Bild). Dieser erinnerte mich stark an jene Gerätschaften, welche ich am Abend zuvor im Museum gesehen hatte. Doch dies war kein Museum! Auf Nachfrage wurde meine Vermutung bestätigt, dass ich Tölpel irrtümlich davon ausgegangen war, dass in der besuchten Ausstellung Gerätschaften aus dem Mittelalter oder aus noch länger vergangenen Zeiten zu sehen wären. Es handelte sich jedoch um zeitgenössische Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände aus der lokalen Umgebung!

Nicht, dass ich nicht auch in den Wochen zuvor viel Armut gesehen hatte, und an Statistiken darüber, wie viele Menschen in Bangladesch und Indien von weniger als 1 US-Dollar am Tag leben müssen, mangelt es mir ebenfalls nicht. Aber dennoch war es noch mal etwas anderes auf diese Weise verdeutlich zu bekommen, was es eigentlich heißt unter solchen Bedingungen leben zu müssen.

An diese Erfahrung erinnert hat mich übrigens die Lektüre des Buches “Der Reichtum der Dritten Welt. Armut bekämpfen, Wohlstand fördern, Würde bewahren” von C.K. Prahalad. Jener setzt sich dafür ein, Menschen in Entwicklungsländern weniger als hilfsbedürftige Arme, sondern viel mehr als potentielle Kunden und Unternehmer zu betrachten. Auf oben beschriebenen Zusammenhang lässt sich dieser Gedanke meiner Meinung nach sehr gut anwenden. So erfordert es doch nicht sonderlich viel Phantasie sich vorzustellen, dass es mit dem heutigen Wissen möglich sein sollte, speziell auf die lokalen Umstände zugeschnittene Gerätschaften zu entwickeln, die sich durch entsprechende Steigerungen des Ernteertrages quasi selbst finanzieren. Ein gutes Beispiel dafür, wie das in der Praxis aussehen kann, liefert u.a. die kenianische NGO Kickstart. Um derartige Unternehmungen nicht am mangelnden Kapital der Zielgruppe scheitern zu lassen, wären natürlich auch Kooperationen mit Mikrokredit- / Mikrofinanz-Institutionen vorstellbar.

Diskussionsrunde: Web 2.0 für eine bessere Welt
23.4.2008, 17:52 Uhr

Wer sich für die Frage “Wie kann man das Web 2.0 für eine bessere Welt einsetzen?” interessiert und am 7. Mai in Berlin ist, dem empfehle ich, sich an besagtem Tage um 18:00 Uhr im betterplace Büro einzufinden (Karte).

Die Veranstaltung wird von dem Netzwerk 3plusx organisiert und neben meiner Wenigkeit, werden auch noch Till Behnke und Aishah El Muntasser (betterplace), Jochen Holtrup (netzwirken) und Uta Mühleis (reset -> coole Seite, kannte ich noch gar nicht) mit von der Partie sein. Moderiert wird das Ganze von Paula Marie Hildebrandt (3plusX).

Mehr Infos findet Ihr auf dieser Seite unseres Veranstaltungskalenders, oder im Netzwirken Blog.

Würde mich freuen, Euch dort zu sehen (ab 20:00 Uhr ist auch ein gemeinsames Abendessen geplant).

Helpedia-News vom 12.-19. April 2008
19.4.2008, 17:18 Uhr

Hier wie angekündigt das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet zum gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibts rechts in der Sidebar):

Deutscher Fundraising Kongress in Fulda
Walter Jungbauer hat eine 10 teilige (!!!) Serie über besagte Tagung verfasst, auf der die Konsequenzen aus den Zwischenfällen bei UNICEF natürlich im Mittelpunkt standen.

Deine-Stimme-gegen-Armut hat 10.000 Freunde auf Myspace
Die Aktion Deine-Stimme-gegen-Armut bedient sich erfolgreich des Social-Networks Myspace und konnte dort gerade Ihren 10.000 “Freund” gewinnen.

Socialcamp ist gut angelaufen
Obwohl die Seite erst seit 3 Tagen freigeschaltet ist, haben sich schon über 100 Menschen im Netzwerk angemeldet und auch für die eigentliche Veranstaltung sind schon knapp 70 TeilnehmerInnen registriert!

Effektiver Kampf gegen den Hunger (englisch)
Die Jungs von GiveWell haben versucht an Informationen zu gelangen, mit deren Hilfe man eine wirklich fundierte Entscheidung treffen kann, welcher gemeinnützigen Organisation man am ehesten Taler zukommen lassen sollte, wen man vom Hunger geplagten Menschen helfen möchte. Ein Unterfangen das anspruchsvoller ist als man meinen möchte.

Project Agape veröffentlicht Zahlen (englisch)
Project Agape a.k.a Causes on Facebook hat seit Start im letzten Jahr ca. 2 Millionen Dollar Spenden vermittelt. Die Zahl der aktiven NutzerInnen ist zuletzt allerdings wieder auf etwa 80.000 gesunken (zu Hochzeiten waren es 400.000).

Helpedia Interviews: Delphine Balzagette von PlaNet Finance Deutschland
15.4.2008, 14:57 Uhr

Nicht zuletzt inspiriert von Gründerszene (man beachte die kleine Reminiszenz am Anfang ;-), haben wir von Helpedia uns dazu entschlossen mal auszuprobieren, ob es nicht auch spannend wäre, einige interessante Persönlichkeiten aus der Non-Profit Welt per Video vorzustellen.

Den Anfang hierbei macht Delphine Balzagette, die seit einem guten Jahr dabei ist, in Deutschland einen Ableger der international schon sehr aktiven Mikrofinanz-NGO PlaNet Finance (http://deutschland.planetfinance.org) aufzubauen. Neben Hintergründen zur Welt von Mikrokredit und Co. berichtet sie auch über ihre Motivation sich in einer gemeinnützigen Organisation zu engagieren, die Herausforderungen in Deutschland eine solche aufzubauen und Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit.

Sollte sich übrigens jemand für die Idee begeistern können, kleine Video-Porträts von GründerInen oder MitarbeiterInnen sozialer Initiativen zu erstellen, so würden wir uns über eine entsprechende Kontaktaufnahme engagierter (Hobby-)Filmer sehr freuen.

Helpedia-News
13.4.2008, 18:35 Uhr

Wie der/m einen oder anderen schon aufgefallen sein mag, befindet sich im rechten Teil dieses Blog (Sidebar) unter dem Suchfeld die Rubrik Helpedia-News. Hier veröffentlichen wir täglich Links zu den unserer Meinung nach interessantesten Nachrichten aus dem gemeinnützigen Sektor (im weitesten Sinn).

In der Hoffnung dieser liebgewonnen Rubrik noch etwas mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und über den einen oder anderen Artikel vielleicht sogar eine Diskussion führen zu können, werde wir nächste Woche damit beginnen, ausgewählte Artikel auch noch mal in eigenen Posts vorzustellen.

Bis dahin sollen aber schon mal unsere Lieblingsblogs und Newsportale erwähnt werden, wobei wir uns hier auf Seiten konzentrieren, die besonders häufig mit neuen Nachrichten aufwarten. Dementsprechend sind unsere momentan Top 3 im deutschsprachigen Raum:

1. Social Times
Der Name bzw. Untertitel ist Programm: “Nachrichten rund ums Engagement”. Zwar selten tiefgründig und niemals kritisch (zumindest gegenüber den Organisationen), aber zweifelsfrei der momentan umfassendste Überblick, was es Neues im gemeinnützigen Sektor gibt.

2. Karmakonsum
Einer der besten und vor allem postingstärksten Blogs zum Thema Nachhaltigkeit und ökologisch-korrekter Lebensweise, dessen Betreiber sich gern als LOHAS bezeichnen (ein Schuft wer Öko-Yuppie dabei denkt ;-).

3. Deine Stimme gegen Armut
Der offizielle Blog zur Aktion “Deine Stimme gegen Armut”. Klarer Fokus auf Entwicklungszusammenarbeit, in letzter Zeit zusehends aktuell und mit erwartungsgemäß klaren Positionen (z.B. “Steinbrück vs. Wieczorek-Zeul: Bricht Deutschland sein Wort?“)

Nicht zuletzt aufgrund seiner Größe bietet auch der englische Sprachraum eine Menge interessanter Neuigkeiten von und für Weltverbesserer, und manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwähren, dass hier die Diskussion in einigen Bereichen schon etwas weiter ist. Unsere momentanen Top 3 lauten wie folgt:

1. Tactical Philantrophy
Sean Stannard-Stockton, der u.a. auch für die Financial Times schreibt, widmet sich in diesem Blog der “Second Great Wave of Philanthropy“, was ich mal schlanker Hand mit Wohltätigkeit 2.0 übersetze (dezentral, dialogorientiert … ).

2. Beth’s Blog: How Nonprofits Can Use Social Media
Beth Kanter scheint DIE Expertin zu sein, wenn es darum geht, wie gemeinnützige Organisationen das so genannte Web 2.0 für ihre Zwecke einsetzen können. Zuweilen übertreibt sie etwas mit ihren Hinweisen auf die Sharing Foundation, aber wer will ihr da schon böse sein.

3. The GiveWell Blog
Ok, zugegeben, ein in letzter Zeit nicht übermäßig aktiver Blog, der zu Beginn des Jahres auch schon heftig in die Kritik geraten ist, aber meiner (Bastis) Meinung nach, die in diesem Bereich beste Mischung aus einerseits sehr niveauvollen und teils wegweisenden Artikel und andererseits extrem kurzweiliger Lektüre. Insbesondere diese Artikelserie über Sinn, oder vielmehr Unsinn, der Messgröße “Verwaltungskostenanteile” bei gemeinnützigen Organisationen würde ich gerne zur allgemeinen Pflichtlektüre erheben.

Mmhhh… um das ungute Gefühl zu vermeiden viele tolle Seiten unerwähnt gelassen zu haben hier noch in aller Kürze ein paar weitere Empfehlungen: Microfinance Gateway (DIE Newsseite im Bereich Mikrofinanzen / Mikrokredite), Alles-was-gerecht ist (ein weiter sehr guter Blog zum Thema Nachhaltigkeit und Co.), Betterplace-Teamblog (Interessantes aus dem Leben eines sozialen Startups und teilweise sehr hochwertige Beiträge zum Thema Entwicklungszusammenarbeit), Nonprofitrecht-Weblog (Rechtliches zum gemeinnützigen Sektor), Nonprofits-vernetzt (Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen), NPO-Press (noch junge, aber frisch wirkende Newsseite für den gemeinnützigen Sektor), socialstartup (Blog mit Fokus auf Social Entrepreneurship), crisscrossed (social change through communication), hilfmit (Porträts von Hilfsorganisationen), Hacker News (nicht gemeinnützig, dafür aber die spannendsten News aus der IT- und Startup-Szene), google.org blog (News and notes from Googles philantrophic arm).

Über Kommentare mit Tipps welche Seiten/Blogs noch für uns interessant sein könnten würden wir uns sehr freuen.

Erfolgsmessung internetbasierter NGOs am Beispiel von dieGesellschafter.de
10.4.2008, 15:45 Uhr

So, mit leichter Verspätung nun auch von mir ein paar von der re:publica inspirierte Gedanken. Für mich gehörten neben dem sehr spannenden Vortrag der Jungs von Abgeordnetenwatch (Hut ab!), insbesondere die Panel- Runde Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus zu den Highlights der Veranstaltung. Letzeres vor allem, weil ich die Gelegenheit hatte, den Koordinator des Projektes dieGesellschafter.de mit einer Frage zu belästigen, die mich schon seit einiger Zeit beschäftigt.

Was mich an besagtem Projekt ein wenig irritiert hatte war, dass ich trotz diverser Anzeigen in U-Bahnhöfen, Zeitschriften, Websites und auch im Fernsehen (siehe Video oben) bis zuletzt nicht wirklich verstanden habe, worum es dabei eigentlich geht, obwohl ich mich irgendwie als Zielgruppe gefühlt habe (sozial engagierter Internetnutzer). Auch andere von mir diesbezüglich befragte Menschen konnten mir keine Antwort geben, wiesen allerdings jede Kritik an dem Projekt zurück, da die Plakate doch sehr schön seien und zum nachdenken anregen würden (was auch immer das heißen mag … ). Meiner einer blieb skeptisch und begann sich zu fragen, ob hier Aufwand und Nutzen wirklich im Verhältnis stehen. Schließlich musste die Werbekampagne doch, trotz eventuellem Rabatt für gemeinnützige Organisationen, Millionen gekostet haben. Aus dieser Motivation heraus ergriff ich auf der Re:Publica die Chance und habe Christian Scheifl, dem Koordinator von dieGesellschafter.de gefragt, ob bzw. welche Ziele gesetzt wurden, inwiefern man diese erreicht hat und wie hoch genau das Budget für die Kampagnen waren (das Video der Diskussion lässt sich leider nicht einbinden, Ihr findet es aber hier. Meine Fragen gibt’s bei ca. 27 verbleibenden Minuten).

Zu meiner großen Freude ist er sehr ausführlich und offen auf die Frage eingegangen, was auch im gemeinnützigen Sektor keine Selbstverständlichkeit ist. Konkrete Ziele habe man sich nicht gesetzt, sei aber mit dem bisherigen Projektverlauf ganz zufrieden. Insgesamt hätte man schon mehr als 2 Millionen Besuche auf der Seite verzeichnen können und selbst an schlechten Tagen würden immer noch mindestens 3.000 Menschen vorbeischauen. Soweit so gut, klingt erstmal nicht schlecht und liegt, wie ich leider zugeben muss, noch deutlich über dem, was Helpedia vorweisen kann. Meine Skepsis flammte allerdings wieder auf, als auf das Budget eingegangen wurde, welches seit Beginn des Projektes Anfang 2006 aufgewendet wurde. Fürs erste Jahr lag es bei schlappen 10 Millionen €, für das Laufende immer noch bei stolzen 8 Millionen €. Hier mussten nicht nur ich, sondern auch einige weitere Menschen im Publikum erstmal schlucken.

(more…)

Helpedia als Informationsquelle für potentielle Großspender und -sponsoren
28.3.2008, 13:31 Uhr

Gestern wurde ich auf eine interessante Möglichkeit Helpedia zu nutzen aufmerksam gemacht, die ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht erwartet hatte. Eine Mitarbeiterin einer großen, internationalen Hotelkette kontaktierte mich, da sie Helpedia genutzt hat um sich über Organisationen zu informieren, die man im Rahmen einer neuen Kampagne unterstützen könnte. Konkret fragte sie mich, inwiefern eine Verfeinerung der Suchkriterien möglich sei, um z.B. auch zwischen regional und überregional tätigen Organisationen zu unterscheiden. Leider können wir damit noch nicht aufwarten, aber natürlich werden wir die Idee aufgreifen. Wäre es uns bei Helpedia doch ein Fest, wenn wir mit unserer Plattform Organisationen helfen könnten, von potentiellen Großspendern- bzw. -sponsoren gefunden und wenn möglich auch gefördert zu werden.

Der gemeinnützige Sektor in Deutschland
26.3.2008, 21:09 Uhr

Immer wieder wurde ich nach den Motiven für die Gründung von Helpedia gefragt. Neben eher Abstraktem und Persönlichem habe ich auch immer wieder erwähnt, dass man die Vielzahl der (potentiell) engagierten Menschen mit Hilfe des Internets noch deutlich besser unterstützen könnte und sollte. Diese, zugegeben etwas schwammige, Formulierung soll im Folgenden mit ein paar Fakten unterfüttert werden.

Fangen wir mal damit an, dass es hierzulande über 150.000 gemeinnützig anerkannte Vereine in den Bereichen Umwelt, Kultur und Wohlfahrt, mehr als 15.000 nicht-kirchliche Stiftungen sowie zahlreiche gemeinnützige GmbHs und AGs gibt. Um Missverständnissen vorzubeugen sei nochmals gesagt, dass Sportvereine hier bereits raus gerechnet worden sind, und beispielsweise das Bayerische Rote Kreuz (www.brk.de) mitsamt seinen unzähligen Kreis- und Bezirksverbänden in dieser Statistik lediglich ein Mal gezählt wurde.

Auch bezüglich ehrenamtlichen Engagements kann mit großen Zahlen, genauer gesagt mit mehr als 23 Millionen freiwillig engagierten Menschen, aufgewartet werden und mit dem Deutschen Caritasverband und dessen ca. 500.000 hauptamtlichen Beschäftigten stellt der sogenannte 3. Sektor sogar den größten nicht staatlichen Arbeitgeber des Landes.

Zu den jährlichen Spenden liegen aufgrund mangelnder Offenlegungspflichten und fehlender Transparenz in Deutschland keine offiziellen Zahlen vor, aber wissenschaftliche Erhebungen gehen von ca. 26 Millionen PrivatspenderInnen aus, die ein jährliches Spendenvolumen zwischen € 2,8 und 5,2 Milliarden erreichen.

Diese Zahlen mögen jetzt erstmal imposant klingen, sind aber weder im internationalen Vergleich, noch im Verhältnis zu den in Deutschland steckenden Potentialen sonderlich beeindruckend. Beginnen wir mal mit der Mär vom Spendenweltmeister. Keine Ahnung wer diese Behauptung mit welcher Begründung jemals in die Welt (vorsicht, Linkwitz ;-) gesetzt hat, aber mit der Realität hat das leider nicht viel zu tun. So liegt der Anteil der SpenderInnen an der Gesamtbevölkerung in den Niederlanden, Schweden und Norwegen um fast 40% und in Großbritannien immer noch 20% höher als in Deutschland. In den USA übersteigt die Pro-Kopf-Spende die der Deutschen sogar um ein vielfaches.

Freiwilligensurvey

Auch im Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeiten herrscht in Deutschland ein enormes Wachstumspotential, wobei hier gar kein internationaler Vergleich bemüht werden muss. Obwohl bereits 36% der Bevölkerung ein Ehrenamt innehat, könnten sich weitere 32% vorstellen, ebenfalls tätig zu werden. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt diese Quote sogar noch höher. Der Grund ist hierbei insbesondere in fehlenden Informationen zu suchen. Laut einer Umfrage des Familienministeriums war der meistgenannte Wunsch im Bereich Bürgerengagement “bessere Information und Beratung”.

(more…)


Schliessen
E-mail