Helpedia unterstützen!

Archiv für die Kategorie ‘Gemeinnütziger Sektor’

Helpedia-News vom 9.-19. Mai 2008
19.5.2008, 18:52 Uhr

Hier das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Egotrips ins Elend
Florian Töpfl schreibt im Süddeutsche Zeitung Magazin, dass viele junge Menschen die in Entwicklungsländern als Freiwillige arbeiten in erster Linie sich selbst und ihrer Karriere nützen, nicht aber den Armen. Das mag auf kurze Sich sogar stimmen, doch muss man meiner Meinung nach eine solche Erfahrung in erster Linie als Bildungsinvestition sehen. Wenn der deutsche Etat für Entwicklungszusammenarbeit jemals auf das seit Jahrzehnten versprochene Niveau angehoben werden sollte, woher sollen denn dann die ganzen Experten kommen? Abgesehen davon ist auch nicht zu unterschätzen, was derartige Erlebnisse mit einem jungen Menschen “anrichten” können. Ohne meine “Freiwilligendienste” (Praktika) in Bangladesch und Co., wäre ich nach dem Studium wohl kaum in der Entwicklungszusammenarbeit gelandet und hätte auch Helpedia nicht gegründet (via Alles-was-gerecht-ist).

Wir werden erstmal keine Provisionen zahlen
UNICEF (www.unicef.de) wird vorerst darauf verzichten Fundraiser auf Provisionsbasis zu bezahlen. Ach, wenn sich die Medien doch genauso kritisch auf die Effektivität der Arbeit von UNICEF gestützt hätten, wie auf deren Bezahlungsmodelle… (via Menschenfischer).

Freuen Sie sich über steigende Lebensmittelpreise?
Nein, die Deutsche-Bank schon, wie sie in dieser äußerst geschmacklosen Werbung verkündet. Man muss halt auch mal die Chancen sehen…

Emergency assistance for donors (englisch)
Die Jungs von Give Well schreiben über das Problem vor dem momentan jede steht, die für die Menschen in China oder Myanmar/Burma spenden möchte: Welcher Organisation soll ich mein Geld zukommen lassen? Die Listen, die momentan umgehen beschränken sich in den USA wie in Deutschland auf die üblichen Verdächtigen, wobei man bestenfalls noch versucht die offensichtlich schwarzen Schafe auszusieben, keinesfalls aber aktiv nach den Besten sucht. Quintessenz: “… donors need emeregncy help.”

Poor Children of The World No Longer Will Have To Struggle With Linux
Den so genannten 100 Dollar Laptop gibt’s künftig auch mit Windows und Michael Arrington ist nicht begeistert. Sicherlich auch ein Grund dafür, dass inzwischen diverse leitende Angestellte dem Projekt den Rücken kehren.

Erfolgmessung bei Hilfsorganisationen!?
15.5.2008, 13:56 Uhr

Mädchen mit HerzNachdem ich mich ja schon mal kritisch mit der Erfolgsmessung internetbasierter NGOs am Beispiel von diegesellschafter.de auseinandergesetzt habe, will ich das Thema noch mal etwas grundlegender angehen. Auch bei “klassischen” gemeinnützigen Organisationen findet meines Wissens nach nämlich so gut wie nie eine kritische, unabhängige Überprüfung statt, ob die eingesetzten Mittel wirklich auf die effizienteste Art und Weise zur Erreichung der übergeordneten Ziele eingesetzt wurden.


Um Missverständnisse zu vermeiden sei gesagt, dass das Kriterium, um welches es mir hier geht, ganz einfach darin besteht, wie viel “Gutes” die Organisation pro Taler schafft. Es geht also beispielsweise nicht darum, ob sich die Gehaltsstruktur der Organisation am öffentlichen Dienst orientiert (eines der Prüfkriterien des DZI). Keine Frage, das ist zu einem gewissen Grad immer subjektiv, liegt der einen doch die Entwicklungszusammenarbeit im Kongo, dem anderen der Tierschutz im Saarland mehr am Herzen. Sobald man jedoch hinreichend eingegrenzt hat, wofür man sich engagieren möchte, macht es doch durchaus Sinn sich zu fragen, welche Organisation mit zusätzlichen Mitteln effektivere Hilfe leisten könnte.


Dass die Unterschiede hier teilweise enorm sind, ist mir spätestens während meiner Zeit in der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit aufgefallen, bei der es in Deutschland – soviel ich weiß – übrigens auch keine unabhängige Erfolgskontrolle gibt. Dort war ich an der Evaluierung verschiedener Mikrofinanzprojekte beteiligt und musste feststellen, dass einige Institutionen trotz (fast) identischer Umstände mit ihren Angeboten ein Vielfaches an Menschen erreichten. Der Grund dafür bestand nicht darin, dass der erfolgreicheren Organisation mehr Geld zur Verfügung stand, sondern dass sie die bessere Strategie, die besseren Produkte und tendenziell außerdem noch die besseren Mitarbeiter hatte. Dies sollte eigentlich nicht verwundern, sind uns allen doch wahrscheinlich Unternehmen bekannt, die sich in der Qualität deutlich von ihren Mitbewerbern unterscheiden. Natürlich ist das bei Hilfsorganisationen nicht anders. Zu einem Problem kommt es aber, wenn die Finanzierung der jeweiligen Institution von der Erfüllung der Kundenbedürfnisse weitgehend unabhängig ist. Und ich fürchte, dass dies im sozialen Bereich leider noch allzu oft geschieht.

(more…)

Helpedia-News vom 29. April-8. Mai 2008
9.5.2008, 13:48 Uhr

Hier das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Tibet – Kultureller Völkermord
Joana Breidenbach hat hier einen anspruchsvollen und vor allem erfrischend differenzierten Artikel über die aktuelle Lage in Tibet veröffentlicht.

Umsatzsteuerrechtliche Behandlung des Sponsoring
Rechtsanwalt Stefan Winheller geht auf diverse steuerrechtliche Details ein, die man bei der Annahme von Sponsorengeldern beachten muss.

33 Prozent Plus für Fairtrade

Laut der Siegel-Initiative TransFair e.V. handelt es sich bei Fairtrade nach wie vor um eine Wachstumsbranche par excellence (via Karma Konsum).

Social Innovation Camp und andere “soziale Barcamps”
Mario Ruckh liefert Inspiration für das erste deutsche Socialcamp.

Birma-Aktion: Jetzt mitmachen!
Die Kampagne 2.0 nutzt hier aus aktuellem Anlass die neue Plattform für individuelle Charity-Aktionen Elargio.

Philantrophy 2.0 (englisch)
Video einer Diskussionsrunde des us-amerikanischem Who-is-Who der Weltverbesser-2.0-Szene. Mit dabei sind Kiva, DonorChoose, Facebook Causes, The Motely Fool und die Case Foundation. Die Qualität ist leider äußerst bescheiden, aber hörenswert ist es alle mal (via Tactical Philantrophy).

Helpedia-News vom 20.–28. April 2008
28.4.2008, 22:28 Uhr

Hier das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Blogs in der Entwicklungszusammenarbeit
Ulrich Schlenker und Björn Lampe haben sich mal umgeschaut, was es so an Blogs im Bereich Entwicklungszusammenarbeit gibt und sehen hier… nun ja, noch eine Menge Potential will ich mal sagen. Freue mich auf jeden Fall schon, die beiden auf dem Socialcamp mal “live” kennen zu lernen.

Die neue grüne Welle
Unter dem Titel “Sigmar und die Öko-Schickeria – ein Protokoll” schreibt Andrea Nienhaus mit amüsant-süffisantem Unterton über eine Diskussionsrunde des Zeit Forum Wissenschaft.

Ehrenamtscard in Niedersachsen
Michaele Hamburger und Michel Elberfeld berichten auf ihrem Blog begeistert über eine Karte, welche ehrenamtlich engagierten Menschen in Niedersachsen zahlreiche Vergünstigungen ermöglicht.

Web 2.0 Tools für Non-Profits
Dr. Brigitte Reiser berichtet über eine us-amerikanische Umfrage bezüglich der Erfahrungen gemeinnütziger Organisationen mit Blogs, Facebook, YouTube und Co.

Weltmalaria-Tag
Der Deine-Stimme-Gegen-Armut-Blog weißt in seinem Artikel zum Weltmalaria-Tag (25. April) darauf hin, dass diese heilbare (!!!) Krankheit noch immer bis zu 3 Millionen Menschen im Jahr dahinrafft!

Helden der Arbeit
Patrick Breitenbach schreibt, dass nur 12% der Deutschen motiviert in ihrem Unternehmen arbeiten und macht dafür u.a. fehlenden Sinn der jeweiligen Tätigkeiten verantwortlich. Tja, da kann ich jenen unmotivierten 88% unserer Bevölkerung doch nur empfehlen sich den gemeinnützigen Sektor mal genauer anzuschauen. Zumindest Sinn gibt es da genug…

Unterentwicklung als Zeitreise
27.4.2008, 21:21 Uhr

Hintergrund dieses zugegeben etwas merkwürdigen Titels ist eine Erfahrung, welche ich im Rahmen meines Praktikums bei der Grameen Bank gemacht habe: Wenn ich schon mal in “der Gegend” bin, so dacht ich mir, könnte ich doch die Chance nutzen um an der International Development Conference in Jamshedpur – Indien teilnehmen.

Während dieser von der internationalen Studentenorganisation AIESEC (www.aiesec.de) veranstalteten Tagung haben wir eines Abends auch ein Museum besucht. Meine Wenigkeit war damals recht enttäuscht, wurden doch in äußerst unkreativ eingerichteten Räumlichkeiten lieblos primitivstes Werkzeug und landwirtschaftliche Geräte aus scheinbar grauer Vorzeit präsentiert. In meiner Erinnerung schien mir das Museumsdorf-Düppel, welches ich als Kind besucht hatte, da doch um einiges spannender.

                              Ackerbau im 21. Jahrhundert?         Überbleibsel aus der Kolonialzeit?         Wohnen im 21. Jahrhundert!?         Logistik im 21. Jahrhundert?         Schulbus im 21. Jahrhundert!?

Der Aha-Effekt sollte jedoch am nächsten Tag folgen. Mit dem Ziel ein Bewässerungsprojekt zu besichtigen überquerten wir ein Feld, auf dem auch ein gerade ungenutzter Pflug lag (siehe Bild). Dieser erinnerte mich stark an jene Gerätschaften, welche ich am Abend zuvor im Museum gesehen hatte. Doch dies war kein Museum! Auf Nachfrage wurde meine Vermutung bestätigt, dass ich Tölpel irrtümlich davon ausgegangen war, dass in der besuchten Ausstellung Gerätschaften aus dem Mittelalter oder aus noch länger vergangenen Zeiten zu sehen wären. Es handelte sich jedoch um zeitgenössische Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände aus der lokalen Umgebung!

Nicht, dass ich nicht auch in den Wochen zuvor viel Armut gesehen hatte, und an Statistiken darüber, wie viele Menschen in Bangladesch und Indien von weniger als 1 US-Dollar am Tag leben müssen, mangelt es mir ebenfalls nicht. Aber dennoch war es noch mal etwas anderes auf diese Weise verdeutlich zu bekommen, was es eigentlich heißt unter solchen Bedingungen leben zu müssen.

An diese Erfahrung erinnert hat mich übrigens die Lektüre des Buches “Der Reichtum der Dritten Welt. Armut bekämpfen, Wohlstand fördern, Würde bewahren” von C.K. Prahalad. Jener setzt sich dafür ein, Menschen in Entwicklungsländern weniger als hilfsbedürftige Arme, sondern viel mehr als potentielle Kunden und Unternehmer zu betrachten. Auf oben beschriebenen Zusammenhang lässt sich dieser Gedanke meiner Meinung nach sehr gut anwenden. So erfordert es doch nicht sonderlich viel Phantasie sich vorzustellen, dass es mit dem heutigen Wissen möglich sein sollte, speziell auf die lokalen Umstände zugeschnittene Gerätschaften zu entwickeln, die sich durch entsprechende Steigerungen des Ernteertrages quasi selbst finanzieren. Ein gutes Beispiel dafür, wie das in der Praxis aussehen kann, liefert u.a. die kenianische NGO Kickstart. Um derartige Unternehmungen nicht am mangelnden Kapital der Zielgruppe scheitern zu lassen, wären natürlich auch Kooperationen mit Mikrokredit- / Mikrofinanz-Institutionen vorstellbar.

Diskussionsrunde: Web 2.0 für eine bessere Welt
23.4.2008, 17:52 Uhr

Wer sich für die Frage “Wie kann man das Web 2.0 für eine bessere Welt einsetzen?” interessiert und am 7. Mai in Berlin ist, dem empfehle ich, sich an besagtem Tage um 18:00 Uhr im betterplace Büro einzufinden (Karte).

Die Veranstaltung wird von dem Netzwerk 3plusx organisiert und neben meiner Wenigkeit, werden auch noch Till Behnke und Aishah El Muntasser (betterplace), Jochen Holtrup (netzwirken) und Uta Mühleis (reset -> coole Seite, kannte ich noch gar nicht) mit von der Partie sein. Moderiert wird das Ganze von Paula Marie Hildebrandt (3plusX).

Mehr Infos findet Ihr auf dieser Seite unseres Veranstaltungskalenders, oder im Netzwirken Blog.

Würde mich freuen, Euch dort zu sehen (ab 20:00 Uhr ist auch ein gemeinsames Abendessen geplant).

Helpedia-News vom 12.-19. April 2008
19.4.2008, 17:18 Uhr

Hier wie angekündigt das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet zum gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibts rechts in der Sidebar):

Deutscher Fundraising Kongress in Fulda
Walter Jungbauer hat eine 10 teilige (!!!) Serie über besagte Tagung verfasst, auf der die Konsequenzen aus den Zwischenfällen bei UNICEF natürlich im Mittelpunkt standen.

Deine-Stimme-gegen-Armut hat 10.000 Freunde auf Myspace
Die Aktion Deine-Stimme-gegen-Armut bedient sich erfolgreich des Social-Networks Myspace und konnte dort gerade Ihren 10.000 “Freund” gewinnen.

Socialcamp ist gut angelaufen
Obwohl die Seite erst seit 3 Tagen freigeschaltet ist, haben sich schon über 100 Menschen im Netzwerk angemeldet und auch für die eigentliche Veranstaltung sind schon knapp 70 TeilnehmerInnen registriert!

Effektiver Kampf gegen den Hunger (englisch)
Die Jungs von GiveWell haben versucht an Informationen zu gelangen, mit deren Hilfe man eine wirklich fundierte Entscheidung treffen kann, welcher gemeinnützigen Organisation man am ehesten Taler zukommen lassen sollte, wen man vom Hunger geplagten Menschen helfen möchte. Ein Unterfangen das anspruchsvoller ist als man meinen möchte.

Project Agape veröffentlicht Zahlen (englisch)
Project Agape a.k.a Causes on Facebook hat seit Start im letzten Jahr ca. 2 Millionen Dollar Spenden vermittelt. Die Zahl der aktiven NutzerInnen ist zuletzt allerdings wieder auf etwa 80.000 gesunken (zu Hochzeiten waren es 400.000).

Helpedia Interviews: Delphine Balzagette von PlaNet Finance Deutschland
15.4.2008, 14:57 Uhr

Nicht zuletzt inspiriert von Gründerszene (man beachte die kleine Reminiszenz am Anfang ;-), haben wir von Helpedia uns dazu entschlossen mal auszuprobieren, ob es nicht auch spannend wäre, einige interessante Persönlichkeiten aus der Non-Profit Welt per Video vorzustellen.

Den Anfang hierbei macht Delphine Balzagette, die seit einem guten Jahr dabei ist, in Deutschland einen Ableger der international schon sehr aktiven Mikrofinanz-NGO PlaNet Finance (http://deutschland.planetfinance.org) aufzubauen. Neben Hintergründen zur Welt von Mikrokredit und Co. berichtet sie auch über ihre Motivation sich in einer gemeinnützigen Organisation zu engagieren, die Herausforderungen in Deutschland eine solche aufzubauen und Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit.

Sollte sich übrigens jemand für die Idee begeistern können, kleine Video-Porträts von GründerInen oder MitarbeiterInnen sozialer Initiativen zu erstellen, so würden wir uns über eine entsprechende Kontaktaufnahme engagierter (Hobby-)Filmer sehr freuen.

Helpedia-News
13.4.2008, 18:35 Uhr

Wie der/m einen oder anderen schon aufgefallen sein mag, befindet sich im rechten Teil dieses Blog (Sidebar) unter dem Suchfeld die Rubrik Helpedia-News. Hier veröffentlichen wir täglich Links zu den unserer Meinung nach interessantesten Nachrichten aus dem gemeinnützigen Sektor (im weitesten Sinn).

In der Hoffnung dieser liebgewonnen Rubrik noch etwas mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und über den einen oder anderen Artikel vielleicht sogar eine Diskussion führen zu können, werde wir nächste Woche damit beginnen, ausgewählte Artikel auch noch mal in eigenen Posts vorzustellen.

Bis dahin sollen aber schon mal unsere Lieblingsblogs und Newsportale erwähnt werden, wobei wir uns hier auf Seiten konzentrieren, die besonders häufig mit neuen Nachrichten aufwarten. Dementsprechend sind unsere momentan Top 3 im deutschsprachigen Raum:

1. Social Times
Der Name bzw. Untertitel ist Programm: “Nachrichten rund ums Engagement”. Zwar selten tiefgründig und niemals kritisch (zumindest gegenüber den Organisationen), aber zweifelsfrei der momentan umfassendste Überblick, was es Neues im gemeinnützigen Sektor gibt.

2. Karmakonsum
Einer der besten und vor allem postingstärksten Blogs zum Thema Nachhaltigkeit und ökologisch-korrekter Lebensweise, dessen Betreiber sich gern als LOHAS bezeichnen (ein Schuft wer Öko-Yuppie dabei denkt ;-).

3. Deine Stimme gegen Armut
Der offizielle Blog zur Aktion “Deine Stimme gegen Armut”. Klarer Fokus auf Entwicklungszusammenarbeit, in letzter Zeit zusehends aktuell und mit erwartungsgemäß klaren Positionen (z.B. “Steinbrück vs. Wieczorek-Zeul: Bricht Deutschland sein Wort?“)

Nicht zuletzt aufgrund seiner Größe bietet auch der englische Sprachraum eine Menge interessanter Neuigkeiten von und für Weltverbesserer, und manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwähren, dass hier die Diskussion in einigen Bereichen schon etwas weiter ist. Unsere momentanen Top 3 lauten wie folgt:

1. Tactical Philantrophy
Sean Stannard-Stockton, der u.a. auch für die Financial Times schreibt, widmet sich in diesem Blog der “Second Great Wave of Philanthropy“, was ich mal schlanker Hand mit Wohltätigkeit 2.0 übersetze (dezentral, dialogorientiert … ).

2. Beth’s Blog: How Nonprofits Can Use Social Media
Beth Kanter scheint DIE Expertin zu sein, wenn es darum geht, wie gemeinnützige Organisationen das so genannte Web 2.0 für ihre Zwecke einsetzen können. Zuweilen übertreibt sie etwas mit ihren Hinweisen auf die Sharing Foundation, aber wer will ihr da schon böse sein.

3. The GiveWell Blog
Ok, zugegeben, ein in letzter Zeit nicht übermäßig aktiver Blog, der zu Beginn des Jahres auch schon heftig in die Kritik geraten ist, aber meiner (Bastis) Meinung nach, die in diesem Bereich beste Mischung aus einerseits sehr niveauvollen und teils wegweisenden Artikel und andererseits extrem kurzweiliger Lektüre. Insbesondere diese Artikelserie über Sinn, oder vielmehr Unsinn, der Messgröße “Verwaltungskostenanteile” bei gemeinnützigen Organisationen würde ich gerne zur allgemeinen Pflichtlektüre erheben.

Mmhhh… um das ungute Gefühl zu vermeiden viele tolle Seiten unerwähnt gelassen zu haben hier noch in aller Kürze ein paar weitere Empfehlungen: Microfinance Gateway (DIE Newsseite im Bereich Mikrofinanzen / Mikrokredite), Alles-was-gerecht ist (ein weiter sehr guter Blog zum Thema Nachhaltigkeit und Co.), Betterplace-Teamblog (Interessantes aus dem Leben eines sozialen Startups und teilweise sehr hochwertige Beiträge zum Thema Entwicklungszusammenarbeit), Nonprofitrecht-Weblog (Rechtliches zum gemeinnützigen Sektor), Nonprofits-vernetzt (Web 2.0 für gemeinnützige Organisationen), NPO-Press (noch junge, aber frisch wirkende Newsseite für den gemeinnützigen Sektor), socialstartup (Blog mit Fokus auf Social Entrepreneurship), crisscrossed (social change through communication), hilfmit (Porträts von Hilfsorganisationen), Hacker News (nicht gemeinnützig, dafür aber die spannendsten News aus der IT- und Startup-Szene), google.org blog (News and notes from Googles philantrophic arm).

Über Kommentare mit Tipps welche Seiten/Blogs noch für uns interessant sein könnten würden wir uns sehr freuen.

Erfolgsmessung internetbasierter NGOs am Beispiel von dieGesellschafter.de
10.4.2008, 15:45 Uhr

So, mit leichter Verspätung nun auch von mir ein paar von der re:publica inspirierte Gedanken. Für mich gehörten neben dem sehr spannenden Vortrag der Jungs von Abgeordnetenwatch (Hut ab!), insbesondere die Panel- Runde Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus zu den Highlights der Veranstaltung. Letzeres vor allem, weil ich die Gelegenheit hatte, den Koordinator des Projektes dieGesellschafter.de mit einer Frage zu belästigen, die mich schon seit einiger Zeit beschäftigt.

Was mich an besagtem Projekt ein wenig irritiert hatte war, dass ich trotz diverser Anzeigen in U-Bahnhöfen, Zeitschriften, Websites und auch im Fernsehen (siehe Video oben) bis zuletzt nicht wirklich verstanden habe, worum es dabei eigentlich geht, obwohl ich mich irgendwie als Zielgruppe gefühlt habe (sozial engagierter Internetnutzer). Auch andere von mir diesbezüglich befragte Menschen konnten mir keine Antwort geben, wiesen allerdings jede Kritik an dem Projekt zurück, da die Plakate doch sehr schön seien und zum nachdenken anregen würden (was auch immer das heißen mag … ). Meiner einer blieb skeptisch und begann sich zu fragen, ob hier Aufwand und Nutzen wirklich im Verhältnis stehen. Schließlich musste die Werbekampagne doch, trotz eventuellem Rabatt für gemeinnützige Organisationen, Millionen gekostet haben. Aus dieser Motivation heraus ergriff ich auf der Re:Publica die Chance und habe Christian Scheifl, dem Koordinator von dieGesellschafter.de gefragt, ob bzw. welche Ziele gesetzt wurden, inwiefern man diese erreicht hat und wie hoch genau das Budget für die Kampagnen waren (das Video der Diskussion lässt sich leider nicht einbinden, Ihr findet es aber hier. Meine Fragen gibt’s bei ca. 27 verbleibenden Minuten).

Zu meiner großen Freude ist er sehr ausführlich und offen auf die Frage eingegangen, was auch im gemeinnützigen Sektor keine Selbstverständlichkeit ist. Konkrete Ziele habe man sich nicht gesetzt, sei aber mit dem bisherigen Projektverlauf ganz zufrieden. Insgesamt hätte man schon mehr als 2 Millionen Besuche auf der Seite verzeichnen können und selbst an schlechten Tagen würden immer noch mindestens 3.000 Menschen vorbeischauen. Soweit so gut, klingt erstmal nicht schlecht und liegt, wie ich leider zugeben muss, noch deutlich über dem, was Helpedia vorweisen kann. Meine Skepsis flammte allerdings wieder auf, als auf das Budget eingegangen wurde, welches seit Beginn des Projektes Anfang 2006 aufgewendet wurde. Fürs erste Jahr lag es bei schlappen 10 Millionen €, für das Laufende immer noch bei stolzen 8 Millionen €. Hier mussten nicht nur ich, sondern auch einige weitere Menschen im Publikum erstmal schlucken.

(more…)


Schliessen
E-mail