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Archiv für die Kategorie ‘Gemeinnütziger Sektor’

Unwort Überbevölkerung
24.7.2008, 16:52 Uhr

Bin ich zu viel?Mit leichter Verspätung hier nun ein paar Worte zum Weltbevölkerungstag (11. Juli). An selbigem wurde ich mal wieder von verschiedenen Seiten mit der These belästigt, dass es auf unserem geliebten Planeten angeblich bald eng würde. Vorne mit dabei die Bild-Zeitung, welche unter der Schlagzeile “Wie viele Menschen verträgt unsere Erde?” wenig hoffnungsvolle Töne anschlägt. Während man aber beim Springer-Verlag, zumindest im Artikel selber, eine durchaus differenzierte Betrachtung an den Tag legt, muss man nicht lange suchen um “klarere” Worte zu finden. Als Beispiel sei hier der ehemalige Herausgeber von Capital und Impulse, Johannes Gross, zitiert: “Der Ruin des Planeten wäre selbst dann unvermeidlich, wenn die Erde ein Garten der politischen und ökologischen Vernunft werden. Die Erde ist nicht für fünf Milliarden Menschen gebaut.”

Um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken, sei gesagt, dass ich mir durchaus bewusst bin, dass gerade im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eine starkes Bevölkerungawachstum vieles nicht gerade einfacher macht. Dennoch halte ich zum einen Thesen wie die von Herrn Gross, für schlicht falsch (aktuell leben ca. 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde), zum anderen kann ich mich nach wie vor nicht mit dem Wort “Überbevölkerung” anfreunden. Obwohl ich sonst durchaus in der Lage bin, Dinge abstrakt zu betrachten, fällt es mir bei besagter Phrase einfach schwer, mir die Frage zu verkneifen, wer denn jetzt genau zu viel sei (am besten inkl. Name, Anschrift und Telefonnummer). Wenn man hier aber weiter denkt, dann kommt man schnell auf die Einwohner westlich geprägten Industrieländer (wir), deren Lebenswandel zwar offensichtlich zur Nachahmung einlädt, aber in der Tat wenig nachhaltig anmutet. Anstatt jedoch ernsthaft darüber nachzudenken, einen wirklich zukunftsfähigen Lebensstil zu entwickeln und somit jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, eine wirkliche Bereicherung für die Welt zu sein, wird im Zweifelsfall lieber darüber lamentiert, dass die Menschen in den Entwicklungsländern zu viel “schnackseln“.

Ohne auf die, in diesem Zusammenhang schizophren anmutende, Diskussion über rückläufige Geburtenraten einzugehen, will ich diesen Artikel lieber damit beenden, mich der Worte Mutter Teresas anzuschlieen. Für sie macht die Aussage, es gäbe zu viele Kinder auf der Welt, ähnlich wenig Sinn, wie die Behauptung, es gäbe zu viele Sterne am Himmel oder Blumen auf dem Feld.

Helpedia-News vom 06 Juli – 22. Juli 2008
22.7.2008, 12:15 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Ouagadougou-Monopoly
Die Jungs vom ADAblog haben Ihre Erfahrungen in Burkina-Faso in eine eigene Monopoly-Variante fließen lassen und diese nach der (für mich) unaussprechlichen Hauptstadt des Landes benannt. Die teilweise sehr amüsanten Spielkarten und den dazugPlan wird auf der Seite auch zum Download bereitgestellt (via Africa-Help.org).

Netzwirken-Interview mit Achim Ritzmann
Ein weiteres Netzwirken-Interview, welches auf dem Socialcamp aufgenommen wurde. Dieses mal Achim Ritzmann von elargio.

Diplomarbeit über Social Entrepreneurship
In Zusammenarbeit mit Ashoka-Deutschland hat Michael Vollmann seine Diplomarbeit über Social Entrepreneurship in Netz gestellt. Obwohl ich gestehen muss sie bisher nur angelesen zu haben, wirkt diese auf mich sehr spannend. Hatte seiner Zeit auch mal geplant über Ähnliches zu promovieren, der Praxis aber dann doch den Vortritt gelassen (via social-startup).

Soziale Web-Startups
Ilona stellt auf “FÜR EINE BESSERE WELT” diverse soziale Web-Startups aus Deutschland sowie einige englische Vorbilder dar.

Das soziale Netz im Fernsehen
Glückwunsch an die Jungs von elargio und betterplace für diesen hübschen 3Sat-Bericht!

Mikrokredite – Zu viele Anekdoten, zuwenig Forschung (englisch)
Holden Karnofsky beschwert sich mal wieder, dass es zum Thema Mikrofinanzen-Mikrokredite mehr rührende Anekdoten, als wirklich kritische und tiefgehende Studien gibt.

Helpedia-News vom 18 Juni – 05. Juli 2008
5.7.2008, 13:29 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Ist Mülltrennen vollkommen sinnlos?
Utopia bloggt jetzt auch. Na ja, was heißt bloggen, man veröffentlicht auf einer fremden Website Links auf das redaktionelle Angebot. So oder so habe ich dadurch einen hübschen Artikel zum Thema Mülltrennen gefunden. Wenn Euch das nächste Mal jemand erzählt, dass das ja gar nichts bringen würde, verweist ihn einfach auf obigen Beitrag.

Freiwilligendatenbank reloaded
Die Freiwilligendatenbank der Gesellschafter nutzt jetzt auch Google-Maps. Keine schlechte Idee, kommt mir aber irgendwie bekannt vor…

Weltbank identifiziert Biosprit als Preistreiber für Lebensmittel
Inzwischen hat auch die Weltbank erkannt, dass “Biosprit” wohl besser “Hungersprit” heißen sollte. Bis zu 75% der weltweiten Nahrungsmittelpreisexplosion sind nach Angaben dieser ja nicht ganz unbedeutenden Institution darauf zurückzuführen, dass ein steigender Anteil von Ackerfläche zur Herstellung für Tankfüllungen verwendet wird. Auch wenn andere Untersuchungen von niedrigeren Werten ausgehen, sollte inzwischen auch der letzten klar sein, dass die Energie der Zukunft anders aussehen muss..

Die Netzwirker-Interviews No. 12: Basti Schwiecker – Helpedia
In eigener Sache hier der Verweis auf ein Video, welches Jochen “Indy” Holtrup mit mir auf dem Socialcamp gemacht hat.

Compartamos Writes Letter to Microfinance Community (englisch)
Die größte Mikrofinanzinstitution Mexikos (Compartamos) geht auf die Kritik im Rahmen des Börsengangs ein, man hätte finanzielle über soziale Motive gestellt.

Request for Proposals: Social Actions Search Interface and Open API (englisch)
Peter Deitz von socialaction ist gerade dabei, eine einheitliche Suchmöglichkeit und Programmierschnittstelle für diverse englischsprachige, soziale Internetplattformen zu entwickeln. Dafür sucht er noch fähige Rubyprogrammierer (wer nicht…).

Great article about the rise of social venture capital (englisch)
Nathaniel Whittemore von do good well berichtet über den Aufstieg von Sozialem Venture Capital (hier, hier, hier!).

Helpedia-News vom 01.-17. Juni 2008
17.6.2008, 16:10 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Teilnehmerstimmen von KarmaKonsum 2008
Christoph Harrach berichtet über die Stimmung auf der KarmaKonsum 2008 und dem daran angeschlossenen Greencamp. Im Nachhinein schade, dass ich nicht dabei war, aber man kann halt nicht alles mitnehmen…

Unternehmen fördern ehrenamtliche Tätigkeit
Betterplace berichtet über die Vorteile, die Unternehmen davon haben, wenn sie ihre MitarbeiterInnen bei ehrenamtlichem Engagement unterstützen (sogenanntes Corporate Volunteering). Definitiv ein spannendes Thema über welches auch wir von Helpedia uns Gedanken machen. Wer mehr wissen will, dem sei der oben verlinkte Blogbeitrag, oder aber ein Blick über den großen Teich empfohlen. Eines unserer Vorbilder aus den USA (VolunteerMatch), präsentiert auf dieser Seite einige recht interessante Angebote. Die Zusammenfassung einer sehr interessanten Studie von Deloitte und Touche findet sich hier.

One click giving infrastructure (englisch)
Lucy Bernholz listet einige der bekanntesten Onlinespendenplattformen aus den USA auf und sieht die Notwendigkeit für eine Meta-Seite, auf der man alle Lösungen aus einer Hand bekommt. Dadurch könnte nicht nur die Zusammenarbeit untereinander verbessert werden, sondern auch die Bekanntheit der Projekte insgesamt erhöht werden. Mir scheint, die Argumentation könnte man auch auf andere Länder übertragen…

Disney Acquires IdealBite For $15 Million (englisch)
Nachdem Discovery Communications im letzten Jahr die Ökonewsseite/-blog Treehugger für 10 Mio. US$ übernahm, hat nun auch Disney begonnen in diesem Bereich auf Einkaufstour zu gehen und sich die Öko-Tipps Seite Idealbite für 15 Mio. US$ einverleibt (andere Quellen gehen sogar von 20 Mio US$ aus). Utopia und Co. dürfte diese Nachricht sicherlich neuen Mut gegeben haben…

Net Grants (englisch)
Sean Stannard-Stockton berichtet über das Prinzip des Net Grants, welches ich mal ganz frei mit Netto-Förderung übersetze. Was man sich darunter vorstellen kann, wird durch folgendes Beispiel klar: Eine Stiftung vergibt eine Förderung in Höhe von 100.000 €, auf die sich gemeinnützige Initiativen bewerben können. Wenn sich jetzt 100 Organisationen bewerben und jede Organisation für die Bewerbung 1.000€ investiert (wenn man Personalkosten hinzurechnet nicht unrealisitisch), dann ist die ganze Angelegenheit ein Nullsummenspiel bzw. eine absurd anmutende Umverteilung. Auch wenn das ein Extrembeispiel sein mag, so macht es doch definitiv Sinn, derartige Überlegung bei der Vergabe von Fördergeldern im Hinterkopf zu behalten.

Give Well – Neue Ansätze bei der Evaluierung von gemeinnützigen Organisationen
4.6.2008, 17:10 Uhr

Give WellWie hier ja bereits angekündigt, will ich anhand eines konkreten Beispiels nochmals auf das Thema der Evaluierung von gemeinnützigen Organisationen eingehen. Es handelt sich dabei meiner Meinung nach um ein ebenso wichtiges wie komplexes Feld, insbesondere wenn man sich nicht auf strittige Evaluierungskriterien wie die Höhe der Verwaltungskosten oder der Vergütungsmodelle der Mitarbeiter beschränkt. Sobald man sich an die wirklichen spannenden Fragen tastet, nämlich wo man mit seiner Spende am meisten Gutes bewirken kann, wird die Angelegenheit sehr, sehr schnell fast unüberschaubar komplex.

Dies war jedoch für Holden Karnofsky und Elie Hassenfeld kein Grund sich der Herausforderung zu entziehen. Die beiden haben letztes Jahr ihre gut bezahlten Hedgefond-Jobs aufgegeben bzw. im Fall von Elie ruhen lassen, um sich dem Aufbau der gemeinnützigen Organisation Give Well zu widmen. Ursprung für die Gründung war laut dieses New York Times Artikels, der vergebliche Versuch der beiden, sinnvolle Empfehlungen bezüglich spendenwürdiger Organisationen zu finden. Natürlich gibt es auch in den USA seit langem Institutionen die sich, wie beispielsweise Charity Navigator, der Evaluierung gemeinnütziger Organisationen verschrieben haben. Ähnlich wie in Deutschland beschränken sich diese jedoch auf leicht messbare, dafür aber in der Regel wenig aussagekräftige Kennzahlen (siehe oben).

Schnell erkannten die beiden, dass man hier nebenberuflich nicht weiterkommen würde und begannen daher ein Konzept zu entwerfen und ihn ihrem Bekanntenkreis Geld für das Unterfangen zu sammeln. 300.000 US$ später (ich wünschte ich hätte mehr Freunde in der Hedgefund-Szene… ) war Give Well geboren und man machte sich an die eigentliche Arbeit. Ziel war und ist es, die besten Organisationen zu finden und nicht bloß solche, die es gut meinen und halbwegs seriös arbeiten. Hierzu wird eine große Zahl von NGOs unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Untersuchungen analysiert, wobei sich das konkrete Vorgehen von Give Well ganz grob in 5 Schritten unterteilen lässt:

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Helpedia-News vom 20.-31. Mai 2008
31.5.2008, 14:57 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Fussball EM und Zivilgesellschaft
Kampagne 2.0 berichtet über NPOs, welche die Fußballeuropameisterschafft 2008 aufgreifen. Hier möchte ich die Organisation streetfootballworld (www.streetfootballworld.org) von Ashoka-Fellow Jürgen Griesbeck ergänzen. Diese greift das Thema nicht nur auf, sondern benutz den Fußball ganz gezielt um sozialen Wandel in den Bereichen Bildung, Umweltschutz, Gesundheit, Integration… voranzubringen.

Engagement 2.0
Andrea Nienhaus berichtet über eine kleine Diskussionsrunde auf der neben Helpedia auch elargio, betterplace, netzwirken und reset vertreten waren.

Fragwürdige Unterlassungserklärungen gegen Spendenrat-Mitglieder
Der Organisation Deutsche Kinderhilfe, welche laut Welt in “dubiose Machenschaften” verstrickt ist, droht auf der nächsten Mitgliederversammlung des Deutschen Spendenrat der Ausschluss aufgrund von Unregelmäßigkeiten. Anstatt sich zu bemühen Klarheit in die umstrittenen Punkte zu bringen, schien es die Deutsche Kinderhilfe jedoch für sinnvoller zu halten, allen anderen Mitgliedern, des um Transparenz bemühten Deutschen Spendenrat, in einem Rundschreiben mit einer Unterlassungserklärung zu drohen. Dagegen war ja UNICEFs Verhalten während des “Spendenskandals” ja geradezu preisverdächtig…

Wisdom of crowd: Bottom up measuring of development results (englisch)
Christian Kreutz sieht Möglichkeiten, dass das Web 2.0 in absehbarer Zeit auch in der Entwicklungszusammenarbeit Einzug halten wird. Das Feedback der eigentlichen Nutznießer könnte zu einer deutlichen größeren Transparenz führen. Kurzfristig dürfte eine derartige Initiativen meiner Meinung nach Widerstände sowohl auf Seiten der Empfänger-, als auch der Geberländer hervorrufen. Mittel- bis langfristig sollte sich diese äußerst wünschenswerte Entwicklung, aufgrund der auch in Entwicklungsländern ständig steigenden Verbreitung des Internets, aber durchsetzen.


Causes raised $2.5 million in first year of operation
(englisch)
Allan Benamer berichtet über die Ergebnisse von Project Agape bzw. deren, insbesondere durch Facebook bekannt gewordenen, Applikation Causes. In den Kommentaren des entsprechenden Techcrunch-Artikels kann man verschiedene Stimmen finden, die sich von den 2,5 Millionen US$ nicht sonderlich beeindruckt zeigen. Auf der anderen Seite darf man auch nicht unterschätzen wie viel zusätzliche Aufmerksamkeit Causes auf diverse gemeinnützige Organisationen gelenkt hat.

Share the wealth… (englisch)
Lucy Bernholz berichtet darüber, warum Sie bzw. Ihre Beratungsfirma darauf besteht, alle Analysen oder Evaluierungen die Sie im Auftrag von Stiftungen durchführt, auch öffentlich zugänglich zu machen. Wie schaut es diesbezüglich eigentlich hierzulande aus… ?

Good vs. Better (englisch)
Eli von GiveWell argumentiert, dass es nicht reicht Evaluationen im gemeinnützigen Sektor nur darauf zu reduzieren, die schwarzen Schafe ausfindig zumachen, sondern auch versucht die guten von den sehr guten Organisationen zu unterscheiden. Tja ja, ich wünschte eine solche Diskussion würde es auch in Deutschland geben…

Prioritizing solutions for the world’s challenges (englisch)
Frank Rijsberman von google.org (dem gemeinnützigen Arm von Google) berichtet über den Copenhagen Consensus. Eine vom äußerst umstrittenen Wissenschaftlers Bjørn Lomborg initiierte Veranstaltung, auf der in illustrer Runde (etliche Nobelpreisträger) die Frage diskutiert wird, was der effizienteste Weg ist die “Welt zu retten”. Auch wenn die Tagung von vielen Seiten kritisiert wird, so komme ich doch nicht umhin zugeben zu müssen, dass mir zumindest der Ansatz sehr gut gefällt.

Was es kosten würde, den US-Automobilbestand durch Elektroautos auszutauschen!
28.5.2008, 17:39 Uhr

Über einen Hacker News-Beitrag bin ich auf diesen äußerst interessanten Artikel von Philip Greenspun gestoßen. Er ergeht sich dort in Zahlenspielen, was es kosten würde alle momentanen Autos in den USA, durch elektronisch angetriebene zu ersetzen, um somit nicht nur einen echten Beitrag gegen die Klimaerwärmung zu leisten, sondern auch die Abhängigkeit von den ölproduzierenden Staaten zu verringern. Sein überraschenden Ergebnis: Es würde gar nichts kosten!

 Tesla-Roadster

Er argumentiert dabei mit den folgenden, auf die USA bezogenen, Zahlen (Quellenangaben in seinem Blog):

  • Täglicher Ölkonsum: 21 Millionen Barrel
  • Preis pro Barrel: 130 US$
  • Tage im Jahr: 365
  • Daraus resultierende, jährliche Kosten: Ca. 1 Billion US$
  • Anteil von Autos am Gesamtölkonsum: 40%
  • Ölkosten durch Autos: 400 Milliarden US$
  • Größe eines Kredites den man bei 5% Verzinsung und jährlichen Zinszahlungen von 400 Milliarden US$ aufnehmen könnte: 8 Billionen US$
  • Anzahl der registrierten Autos in den USA: 250 Millionen
  • Kosten eines Elektroautos (Massenproduktion vorausgesetzt): 20.000 US$
  • Durchschnittlicher Restwert der benzinbetriebenen Autos (für Export nach China… ): 5.000 US$
  • Effektive Kosten für den Umstieg auf ein elektronisches Auto: 15.000 US$
  • Anzahl der Autos die man für die 8 Billionen US$ kaufen könnte: > 500 Millionen, also etwas doppelt soviele wie momentan auf den Straßen sind.

Keine Frage, es handelt sich dabei um eine Milchmädchenrechnung wie Sie im Buche steht. Woher würde der zusätzliche Strom kommen und was würde der kosten? Was bringt es der Umwelt, wenn alle alten Autos nach China gehen? Wer sollte den Kredit aufnehmen und was würde das an den Finanzmärkten auslösen…

So oder so regt das Gedankenspiel doch zum Nachdenken an, was möglich wäre und wird inzwischen selbst auf Techcrunch diskutiert. Obwohl ich alles andere als ein begeisterter Autofahrer bin, kann auch ich mich zusehends für eine elektrisch motorisierte Zukunft erwärmen. Hierbei muss ich allerdings gestehen, weniger an Gefährte zu denken, die man vielleicht mal für 20.000 US$ erwerben kann, sondern eher an den Wagen wie den Tesla Roadster (siehe Bild). Von 0 auf 100 in weniger als 4 Sekunden, kaum lauter als ein Fahrrad und, Ökostrom vorausgesetzt, auch noch CO2 neutral. Schöne neue Welt…

Was Startups laut Paul Graham von Nonprofits lernen können
22.5.2008, 17:56 Uhr

Der us-amerikanische Startup-Guru und großartige Essayist Paul Graham hat während eines Vortrages auf der Startup School 08 eine äußerst interessante Gleichung aufgestellt. Die Kombination seiner beiden Lieblingstipps zum Aufbau eines erfolgreichen Startups ergab Folgendes:

Make something people want
+
Don’t worry too much about money
=
Nonprofit


Und in der Tat hat er die Beobachtung gemacht, dass sich viele erfolgreiche Startups wie gemeinnützige Organisationen verhalten, mit dem Unterschied, dass Sie sich mit ihren Angeboten in der Regel an ein zahlungskräftigeres Publikum richten. Auf der anderen Seite, hätten laut Paul Graham viele gemeinnützige Ideen das Potential für gute Unternehmen. Insofern eigentlich schade, dass er mit seiner Early-Stage-Venture-Capital-Firma Y Combinator nicht auch Nonprofit-Organisationen unterstützt, wie er hier kundgetan hat. In Anbetracht von hochinnovativen und erfolgreichen Organisationen wie z.B. Kiva, meiner Meinung nach die falsche Entscheidung.

<div><a href='http://www.omnisio.com'>Share and annotate your videos</a> with Omnisio!</div> <p>

So oder so ein extrem hörens- und sehenswerter Vortrag. In diesem Zusammenhang übrigens auch ein Lob an die Jungs von Omnisio, die das momentan wohl beste Angebot für die Onlinevisualisierung von foliengestützten Vorträgen haben. Denke das oben eingebettete Video gefällt mir jedenfalls auch aus technischer Sich ausgezeichnet.

Helpedia-News vom 9.-19. Mai 2008
19.5.2008, 18:52 Uhr

Hier das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Egotrips ins Elend
Florian Töpfl schreibt im Süddeutsche Zeitung Magazin, dass viele junge Menschen die in Entwicklungsländern als Freiwillige arbeiten in erster Linie sich selbst und ihrer Karriere nützen, nicht aber den Armen. Das mag auf kurze Sich sogar stimmen, doch muss man meiner Meinung nach eine solche Erfahrung in erster Linie als Bildungsinvestition sehen. Wenn der deutsche Etat für Entwicklungszusammenarbeit jemals auf das seit Jahrzehnten versprochene Niveau angehoben werden sollte, woher sollen denn dann die ganzen Experten kommen? Abgesehen davon ist auch nicht zu unterschätzen, was derartige Erlebnisse mit einem jungen Menschen “anrichten” können. Ohne meine “Freiwilligendienste” (Praktika) in Bangladesch und Co., wäre ich nach dem Studium wohl kaum in der Entwicklungszusammenarbeit gelandet und hätte auch Helpedia nicht gegründet (via Alles-was-gerecht-ist).

Wir werden erstmal keine Provisionen zahlen
UNICEF (www.unicef.de) wird vorerst darauf verzichten Fundraiser auf Provisionsbasis zu bezahlen. Ach, wenn sich die Medien doch genauso kritisch auf die Effektivität der Arbeit von UNICEF gestützt hätten, wie auf deren Bezahlungsmodelle… (via Menschenfischer).

Freuen Sie sich über steigende Lebensmittelpreise?
Nein, die Deutsche-Bank schon, wie sie in dieser äußerst geschmacklosen Werbung verkündet. Man muss halt auch mal die Chancen sehen…

Emergency assistance for donors (englisch)
Die Jungs von Give Well schreiben über das Problem vor dem momentan jede steht, die für die Menschen in China oder Myanmar/Burma spenden möchte: Welcher Organisation soll ich mein Geld zukommen lassen? Die Listen, die momentan umgehen beschränken sich in den USA wie in Deutschland auf die üblichen Verdächtigen, wobei man bestenfalls noch versucht die offensichtlich schwarzen Schafe auszusieben, keinesfalls aber aktiv nach den Besten sucht. Quintessenz: “… donors need emeregncy help.”

Poor Children of The World No Longer Will Have To Struggle With Linux
Den so genannten 100 Dollar Laptop gibt’s künftig auch mit Windows und Michael Arrington ist nicht begeistert. Sicherlich auch ein Grund dafür, dass inzwischen diverse leitende Angestellte dem Projekt den Rücken kehren.

Erfolgmessung bei Hilfsorganisationen!?
15.5.2008, 13:56 Uhr

Mädchen mit HerzNachdem ich mich ja schon mal kritisch mit der Erfolgsmessung internetbasierter NGOs am Beispiel von diegesellschafter.de auseinandergesetzt habe, will ich das Thema noch mal etwas grundlegender angehen. Auch bei “klassischen” gemeinnützigen Organisationen findet meines Wissens nach nämlich so gut wie nie eine kritische, unabhängige Überprüfung statt, ob die eingesetzten Mittel wirklich auf die effizienteste Art und Weise zur Erreichung der übergeordneten Ziele eingesetzt wurden.


Um Missverständnisse zu vermeiden sei gesagt, dass das Kriterium, um welches es mir hier geht, ganz einfach darin besteht, wie viel “Gutes” die Organisation pro Taler schafft. Es geht also beispielsweise nicht darum, ob sich die Gehaltsstruktur der Organisation am öffentlichen Dienst orientiert (eines der Prüfkriterien des DZI). Keine Frage, das ist zu einem gewissen Grad immer subjektiv, liegt der einen doch die Entwicklungszusammenarbeit im Kongo, dem anderen der Tierschutz im Saarland mehr am Herzen. Sobald man jedoch hinreichend eingegrenzt hat, wofür man sich engagieren möchte, macht es doch durchaus Sinn sich zu fragen, welche Organisation mit zusätzlichen Mitteln effektivere Hilfe leisten könnte.


Dass die Unterschiede hier teilweise enorm sind, ist mir spätestens während meiner Zeit in der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit aufgefallen, bei der es in Deutschland – soviel ich weiß – übrigens auch keine unabhängige Erfolgskontrolle gibt. Dort war ich an der Evaluierung verschiedener Mikrofinanzprojekte beteiligt und musste feststellen, dass einige Institutionen trotz (fast) identischer Umstände mit ihren Angeboten ein Vielfaches an Menschen erreichten. Der Grund dafür bestand nicht darin, dass der erfolgreicheren Organisation mehr Geld zur Verfügung stand, sondern dass sie die bessere Strategie, die besseren Produkte und tendenziell außerdem noch die besseren Mitarbeiter hatte. Dies sollte eigentlich nicht verwundern, sind uns allen doch wahrscheinlich Unternehmen bekannt, die sich in der Qualität deutlich von ihren Mitbewerbern unterscheiden. Natürlich ist das bei Hilfsorganisationen nicht anders. Zu einem Problem kommt es aber, wenn die Finanzierung der jeweiligen Institution von der Erfüllung der Kundenbedürfnisse weitgehend unabhängig ist. Und ich fürchte, dass dies im sozialen Bereich leider noch allzu oft geschieht.

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