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Unwort Überbevölkerung
24.7.2008, 16:52 Uhr

Bin ich zu viel?Mit leichter Verspätung hier nun ein paar Worte zum Weltbevölkerungstag (11. Juli). An selbigem wurde ich mal wieder von verschiedenen Seiten mit der These belästigt, dass es auf unserem geliebten Planeten angeblich bald eng würde. Vorne mit dabei die Bild-Zeitung, welche unter der Schlagzeile “Wie viele Menschen verträgt unsere Erde?” wenig hoffnungsvolle Töne anschlägt. Während man aber beim Springer-Verlag, zumindest im Artikel selber, eine durchaus differenzierte Betrachtung an den Tag legt, muss man nicht lange suchen um “klarere” Worte zu finden. Als Beispiel sei hier der ehemalige Herausgeber von Capital und Impulse, Johannes Gross, zitiert: “Der Ruin des Planeten wäre selbst dann unvermeidlich, wenn die Erde ein Garten der politischen und ökologischen Vernunft werden. Die Erde ist nicht für fünf Milliarden Menschen gebaut.”

Um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken, sei gesagt, dass ich mir durchaus bewusst bin, dass gerade im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eine starkes Bevölkerungawachstum vieles nicht gerade einfacher macht. Dennoch halte ich zum einen Thesen wie die von Herrn Gross, für schlicht falsch (aktuell leben ca. 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde), zum anderen kann ich mich nach wie vor nicht mit dem Wort “Überbevölkerung” anfreunden. Obwohl ich sonst durchaus in der Lage bin, Dinge abstrakt zu betrachten, fällt es mir bei besagter Phrase einfach schwer, mir die Frage zu verkneifen, wer denn jetzt genau zu viel sei (am besten inkl. Name, Anschrift und Telefonnummer). Wenn man hier aber weiter denkt, dann kommt man schnell auf die Einwohner westlich geprägten Industrieländer (wir), deren Lebenswandel zwar offensichtlich zur Nachahmung einlädt, aber in der Tat wenig nachhaltig anmutet. Anstatt jedoch ernsthaft darüber nachzudenken, einen wirklich zukunftsfähigen Lebensstil zu entwickeln und somit jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, eine wirkliche Bereicherung für die Welt zu sein, wird im Zweifelsfall lieber darüber lamentiert, dass die Menschen in den Entwicklungsländern zu viel “schnackseln“.

Ohne auf die, in diesem Zusammenhang schizophren anmutende, Diskussion über rückläufige Geburtenraten einzugehen, will ich diesen Artikel lieber damit beenden, mich der Worte Mutter Teresas anzuschlieen. Für sie macht die Aussage, es gäbe zu viele Kinder auf der Welt, ähnlich wenig Sinn, wie die Behauptung, es gäbe zu viele Sterne am Himmel oder Blumen auf dem Feld.

Helpedia-News vom 06 Juli – 22. Juli 2008
22.7.2008, 12:15 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Ouagadougou-Monopoly
Die Jungs vom ADAblog haben Ihre Erfahrungen in Burkina-Faso in eine eigene Monopoly-Variante fließen lassen und diese nach der (für mich) unaussprechlichen Hauptstadt des Landes benannt. Die teilweise sehr amüsanten Spielkarten und den dazugPlan wird auf der Seite auch zum Download bereitgestellt (via Africa-Help.org).

Netzwirken-Interview mit Achim Ritzmann
Ein weiteres Netzwirken-Interview, welches auf dem Socialcamp aufgenommen wurde. Dieses mal Achim Ritzmann von elargio.

Diplomarbeit über Social Entrepreneurship
In Zusammenarbeit mit Ashoka-Deutschland hat Michael Vollmann seine Diplomarbeit über Social Entrepreneurship in Netz gestellt. Obwohl ich gestehen muss sie bisher nur angelesen zu haben, wirkt diese auf mich sehr spannend. Hatte seiner Zeit auch mal geplant über Ähnliches zu promovieren, der Praxis aber dann doch den Vortritt gelassen (via social-startup).

Soziale Web-Startups
Ilona stellt auf “FÜR EINE BESSERE WELT” diverse soziale Web-Startups aus Deutschland sowie einige englische Vorbilder dar.

Das soziale Netz im Fernsehen
Glückwunsch an die Jungs von elargio und betterplace für diesen hübschen 3Sat-Bericht!

Mikrokredite – Zu viele Anekdoten, zuwenig Forschung (englisch)
Holden Karnofsky beschwert sich mal wieder, dass es zum Thema Mikrofinanzen-Mikrokredite mehr rührende Anekdoten, als wirklich kritische und tiefgehende Studien gibt.

Ehrenamt, Praktika, Zivildienst… der Woche
14.7.2008, 13:22 Uhr

Um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass der Helpedia-Blog zu einem reinen Vimeovideo-Vertriebskanal wird, hier mal wieder eine Meldung, die direkt mit unserem Angebot verknüpft ist. Neben dem deutschlandweiten NGO-Verzeichnis, ist unsere Engagement-Börse aktuell das zweite Kernstück von Helpedia. Zu unserer großen Freude füllt sich diese zusehends mit Leben, so dass wir künftig auch im Blog einige aktuelle Angebote präsentieren werden.

Also, hier nun die neuesten Angebote zur Mitarbeit im sozialen Bereich:

Zivildienst im Kindergarten (Bonn)
Kinderhaus Bonn e.V.

Ehrenamtliche Arbeit mit Menschen mit Down-Syndrom (Bergkamen)
Initiative Down-Syndrom Kreis Unna

KrankenpflegerIn / AltenpflegerIn für Menschen mit geistiger Behinderung (Dortmund)
Lebenshilfe Dortmund

Pädagogische Fachkraft für Menschen mit geistiger Behinderung (Dortmund)
Lebenshilfe Dortmund

Ehrenamtliche/r HelferIn im Sanitätsdienst (Frankfurt am Main)
DRK – Kreisverband Frankfurt am Main

Mehr Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit, Praktika, Zivildienst, Jobs, FSJ, FÖJ… gibt es hier.

Falls Ihr selbst gerade keine Möglichkeit habt Euch zu engagieren, aber eines der Angebote für eine/n Bekannte/n für Euch interessant sein könnte, lasst es sie/ihn wissen.

Matt tanzt um die Welt!
13.7.2008, 23:34 Uhr

Auf die Frage nach der Aussage seines Videos “Where the hell is Matt?” schreibt Matthew Harding: “Up to you. I’m just dancing.”

Für mich ist es ein wunderschönes Symbol dafür, dass wir Eine Welt sind, aber man kann es auch einfach nur so mögen.

Auf die Idee zu den Videos ist Matt übrigens eher zufällig gekommen. Im Anschluss an seine Schulzeit, hatte er angefangen als Entwickler von Computerspielen zu arbeiten. Als es aber darum ging die nächsten zwei Jahre seines Lebens damit zu verbringen an einem Produkt mit dem wohlklingenden Namen “Destroy all humans” (Zerstöre alle Menschen) mitzuwirken, war Matt der Meinung, dass es im Leben noch mehr geben müsste, kündigte seinen Job und machte sich auf Weltreise. Inspiriert von einem Freund fing er dort an seinen einmaligen “Tanzstil” vor interessanten Kulissen auf Video zu bannen. Dies wurde im Internet schnell zum Hit und seitdem sich für die Aktion auch noch ein Sponsor fand, hat Matt meines Wissen nach nicht viel anderes gemacht als um die Welt zu reisen und zu “tanzen”.

Zu tun was man will ist eine Sache, aber auch noch jemanden zu finden der einen dafür bezahlt… Auf jeden Fall eine inspirierende Alternative zur klassische Karriere!

Socialcamp - Der Film
6.7.2008, 17:13 Uhr

Endlich ist es soweit, der Socialcamp-Film ist fertig! Gibt meiner Meinung nach die Stimmung sehr gut wieder und animiert hoffentlich zur Nachahmung. Gerne könnt Ihr das Video auch in Eure Seite einbauen, auf diese verlinken, oder ihn Euch als .mov-Datei hier oder hier herunterladen (für nicht-kommerzielle Zwecke).

Helpedia-News vom 18 Juni – 05. Juli 2008
5.7.2008, 13:29 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Ist Mülltrennen vollkommen sinnlos?
Utopia bloggt jetzt auch. Na ja, was heißt bloggen, man veröffentlicht auf einer fremden Website Links auf das redaktionelle Angebot. So oder so habe ich dadurch einen hübschen Artikel zum Thema Mülltrennen gefunden. Wenn Euch das nächste Mal jemand erzählt, dass das ja gar nichts bringen würde, verweist ihn einfach auf obigen Beitrag.

Freiwilligendatenbank reloaded
Die Freiwilligendatenbank der Gesellschafter nutzt jetzt auch Google-Maps. Keine schlechte Idee, kommt mir aber irgendwie bekannt vor…

Weltbank identifiziert Biosprit als Preistreiber für Lebensmittel
Inzwischen hat auch die Weltbank erkannt, dass “Biosprit” wohl besser “Hungersprit” heißen sollte. Bis zu 75% der weltweiten Nahrungsmittelpreisexplosion sind nach Angaben dieser ja nicht ganz unbedeutenden Institution darauf zurückzuführen, dass ein steigender Anteil von Ackerfläche zur Herstellung für Tankfüllungen verwendet wird. Auch wenn andere Untersuchungen von niedrigeren Werten ausgehen, sollte inzwischen auch der letzten klar sein, dass die Energie der Zukunft anders aussehen muss..

Die Netzwirker-Interviews No. 12: Basti Schwiecker – Helpedia
In eigener Sache hier der Verweis auf ein Video, welches Jochen “Indy” Holtrup mit mir auf dem Socialcamp gemacht hat.

Compartamos Writes Letter to Microfinance Community (englisch)
Die größte Mikrofinanzinstitution Mexikos (Compartamos) geht auf die Kritik im Rahmen des Börsengangs ein, man hätte finanzielle über soziale Motive gestellt.

Request for Proposals: Social Actions Search Interface and Open API (englisch)
Peter Deitz von socialaction ist gerade dabei, eine einheitliche Suchmöglichkeit und Programmierschnittstelle für diverse englischsprachige, soziale Internetplattformen zu entwickeln. Dafür sucht er noch fähige Rubyprogrammierer (wer nicht…).

Great article about the rise of social venture capital (englisch)
Nathaniel Whittemore von do good well berichtet über den Aufstieg von Sozialem Venture Capital (hier, hier, hier!).

1. Socialcamp-Stammtisch
4.7.2008, 10:50 Uhr

Socialcamp-StammtischWie alle TeilnehmerInnen und aufmerksame Verfolger des Socialcamps ja bereits mitbekommen haben, gab es am letzten Tag besagter Veranstaltung den Vorschlag, im Rahmen eines “Stammtisches” auch weiterhin im realen Kontakt zu bleiben und die vielen Ideen voranzutreiben. Meiner einer war von diesem Vorschlag zwar anfänglich auch sehr angetan, befürchtete aber, dass die erste Euphorie schnell verfliegen und sich ein solches Treffen allzu bald zu einem reinen Zwiegespräch entwickeln würde. Erfreulicher Weise hatte ich das Interesse aber unterschätzt: Knapp 20 SocialcamperInnen haben sich am vergangenen Dienstag im taz-Cafe im Zentrum Berlins eingefunden (auf dem Bild ist nur ein kleiner Teil der Truppe zu sehen). Neben dem Austausch von Eindrücken und Rechnungen wurde auch eine erste Version des Socialcamp-Films gezeigt, der auf große Begeisterung stieß (das finale Produkt geht in den nächsten Tagen online).

Im Anschluss wurde besprochen, ob man in Zukunft nicht über das Konzept des Stammtisches (lockerer Austausch beim Bier) hinausgehen und dem Ganzen etwas mehr Struktur geben sollte (und einen anderen Namen). In diesem Zusammenhang kam der Vorschlag auf, sich am so genannten Web-Montag zu orientieren. Auf diesen Veranstaltungen gibt es neben besagtem Austausch in Regel auch noch ein paar Kurzvorträge zum Thema. Ne spontane Idee, die mir gekommen ist, wäre auch, das Ganze bei Gelegenheit mit dem Event Pitch for Inspiration zu kombinieren, welches die Agentur Vogelfrei (beim Socialcamp fürs Catering verantwortlich) künftig in regelmäßigen Abständen durchführen will. Bis dahin findet Ihr erstmal hier weitere Informationen.

Ansonsten wird – wie gesagt – noch ein Name gesucht. Bisherige Vorschläge waren u.a. Socialcamp-Dienstag, Social-Dienstag, Social-Tuesday (mit dem Hintergedanken es jeden 1. Dienstag im Monat stattfinden zu lassen), Socialcamp-Monthly, Socialbar… Freue mich über Vorschläge per Kommentar oder direkt im Socialcamp-Forum (andere Ideen oder Anregungen sind natürlich auch willkommen).

Kiva vs. MicoPlace vs. MyC4
30.6.2008, 11:41 Uhr

Nachdem Steve ja bereits über Kiva berichtet hat und ich hier auf mögliche Kritikpunkt eingegangen bin, will ich besagte Mikrokredit-Plattform nun noch mal im Rahmen zweier ähnlicher Angebote präsentieren.

Das wichtigste zur ältesten und mit Abstand bekanntesten Internetplattform für die Abwicklung von Mikrokrediten wurde ja bereits in den beiden oben genannten Artikeln zusammengefasst. Daher sei hier nur noch mal gesagt, dass es sich bei Kiva um eine gemeinnützige Organisation handelt, über deren Plattform man sich in 25 US$ - Paketen an der Vergabe von Kleinstkrediten an ausgewählte Einzelpersonen in Entwicklungsländern beteiligen kann. Zinsen erhält man dafür nicht, sondern wird im Gegenteil noch zu einer Spende an Kiva selbst animiert, damit diese nachhaltig arbeiten kann. Kiva leitet das Geld dann kostenfrei an entsprechende Partnerorganisationen in dem jeweiligen Land weiter, welche dann letztendlich Kredite an die ausgewählten KleinstunternehmerInnen vergibt. Dies geschieht jedoch keinesfalls umsonst, denn der Organisation entstehen ja nach wie vor Kosten, die durch Kiva nicht kleiner geworden sind (z.B. durch die Erstellung von Onlineprofilen der KreditnehmerInnen). Für die Zukunft ist laut Kiva auch geplant, den Kreditgebern zu ermöglichen, Zinsen zu verlangen. Aber wann und unter welchen Umständen dies passieren wird, ist noch nicht klar. Unstrittig allerdings ist Kivas Erfolg bei der Erschließung neuer, sozialer Investoren. Laut Website werden über die Plattform inzwischen mehr als 2,5 Mio. US$ pro Monat vermittelt.

Nachdem Wirtschaftsstudentin Tracey Pettengill Turner erstmalig vom Konzept der Mikrofinanzierung gehört hatte, war sie schnell begeistert. Um sich jedoch selbst ein Bild zu machen, ob und wie das in der Praxis funktioniert, beschloss sie, der Grameen Bank in Bangladesch einen Besuch abzustatten. Nachdem sie sich dort zusätzliche Inspiration geholt hatte (ein solcher Aufenthalt hat ja auch schon andere auf dumme Gedanken gebracht… -> siehe “Von der Grameen Bank zu Helpedia“), kam ihr die Idee, auch “einfachen Leuten” aus den USA die Möglichkeit zu geben, in diese gute Sache zu investieren. Dies war dann die Geburtsstunde von MicroPlace. Durch Kontakte zu eBay, dessen Gründer ja bekannt sind für ihre Unterstützung von Social Entrepreurs, wurde MicroPlace dann im Sommer 2006 zu einer “eBay Company”. Im Gegensatz zu Kiva ist MicroPlace keine gemeinnützige Organisation, aber man hat glaubhaft versichert, dass eventuelle Gewinne nicht an die eBay-Aktionäre, sondern an andere soziale Initiativen fließen würden (im Zweifelsfall die eBay Stiftung). Soweit zum Hintergrund. Für die normale Nutzerin besteht der Hauptunterschied zu Kiva darin, dass man bei Microplace keinen Einzelpersonen, sondern Mikrofinanzinstitutionen Geld leihen kann. Über die auf soziale Investments spezialisierte Calvert Foundation bzw. Oikokredit werden die Einlagen der ausgewählten Organisation zur Verfügung gestellt. Neben zahlreichen Entwicklungsländern kann man über MicroPlace seit neustem auch Projekte in den USA unterstützen. Ein weiterer Unterschied zu Kiva ist, dass man Zinsen auf seine Einlagen erhält, wobei diese momentan noch bei bescheidenen 1,25% - 3% liegen.

Den wohl kreativsten Ansatz fährt das im Mai 2006 vom dänischen Geschäftsmann Mads Kjær gegründete Unternehmen MyC4. Einerseits kann man sich hier wie bei Kiva direkt einzelne KleinstunternehmerInnen aussuchen, die man mit Hilfe einer Mikrofinanzinstitution unterstützen möchte. Andererseits erhält man auf die entsprechenden Investitionen durchaus Zinsen. Diese werden jedoch nicht einfach festgelegt, sondern durch eine Art Auktionsverfahren ermittelt, wobei die maximale Verzinsung bei 25% liegt. Für die KreditnehmerIn kommen da dann allerdings noch mal diverse Aufschläge von MyC4 sowie den an der Kreditvergabe beteiligten Institutionen dazu. Seit Beginn der Unternehmung wurden laut Website schon über 2,2 Mio. € an knapp 1.500 Kleinstunternehmen vermittelt, wobei die durchschnittlichen, von den Nutzern (Kreditgebern) verlangten Zinsen bei 12% lagen. Im Unterschied zu Kiva kam die Anschubfinanzierung des Projektes übrigens nicht aus dem Technologieumfeld, sondern zum einen von dem Maschinenbauunternehmen Kjær Group bzw. dessen Geschäftsführer und zum anderen und DANIDA, einer dänischen Institution des staatlichen Entwicklungszusammenarbeit.

(more…)

Helpedia-News vom 01.-17. Juni 2008
17.6.2008, 16:10 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Teilnehmerstimmen von KarmaKonsum 2008
Christoph Harrach berichtet über die Stimmung auf der KarmaKonsum 2008 und dem daran angeschlossenen Greencamp. Im Nachhinein schade, dass ich nicht dabei war, aber man kann halt nicht alles mitnehmen…

Unternehmen fördern ehrenamtliche Tätigkeit
Betterplace berichtet über die Vorteile, die Unternehmen davon haben, wenn sie ihre MitarbeiterInnen bei ehrenamtlichem Engagement unterstützen (sogenanntes Corporate Volunteering). Definitiv ein spannendes Thema über welches auch wir von Helpedia uns Gedanken machen. Wer mehr wissen will, dem sei der oben verlinkte Blogbeitrag, oder aber ein Blick über den großen Teich empfohlen. Eines unserer Vorbilder aus den USA (VolunteerMatch), präsentiert auf dieser Seite einige recht interessante Angebote. Die Zusammenfassung einer sehr interessanten Studie von Deloitte und Touche findet sich hier.

One click giving infrastructure (englisch)
Lucy Bernholz listet einige der bekanntesten Onlinespendenplattformen aus den USA auf und sieht die Notwendigkeit für eine Meta-Seite, auf der man alle Lösungen aus einer Hand bekommt. Dadurch könnte nicht nur die Zusammenarbeit untereinander verbessert werden, sondern auch die Bekanntheit der Projekte insgesamt erhöht werden. Mir scheint, die Argumentation könnte man auch auf andere Länder übertragen…

Disney Acquires IdealBite For $15 Million (englisch)
Nachdem Discovery Communications im letzten Jahr die Ökonewsseite/-blog Treehugger für 10 Mio. US$ übernahm, hat nun auch Disney begonnen in diesem Bereich auf Einkaufstour zu gehen und sich die Öko-Tipps Seite Idealbite für 15 Mio. US$ einverleibt (andere Quellen gehen sogar von 20 Mio US$ aus). Utopia und Co. dürfte diese Nachricht sicherlich neuen Mut gegeben haben…

Net Grants (englisch)
Sean Stannard-Stockton berichtet über das Prinzip des Net Grants, welches ich mal ganz frei mit Netto-Förderung übersetze. Was man sich darunter vorstellen kann, wird durch folgendes Beispiel klar: Eine Stiftung vergibt eine Förderung in Höhe von 100.000 €, auf die sich gemeinnützige Initiativen bewerben können. Wenn sich jetzt 100 Organisationen bewerben und jede Organisation für die Bewerbung 1.000€ investiert (wenn man Personalkosten hinzurechnet nicht unrealisitisch), dann ist die ganze Angelegenheit ein Nullsummenspiel bzw. eine absurd anmutende Umverteilung. Auch wenn das ein Extrembeispiel sein mag, so macht es doch definitiv Sinn, derartige Überlegung bei der Vergabe von Fördergeldern im Hinterkopf zu behalten.

TechCrunch, Berlin08 und Socialcamp
16.6.2008, 18:30 Uhr

Ich muss gestehen, den Blog in der letzten Woche etwas vernachlässigt zu haben, aber ich bin in den letzten Tagen einfach auf zu vielen Veranstaltungen rumgesprungen.

Angefangen hat es mit dem TechCrunch / CrunchGear Berlin Meetup am letzten Mittwoch, zu dem mich Nicholas von Twidox dankenswerter Weise eingeladen hat. Konnte dort nicht nur die beneidenswerten Büroräume von Imedo bewundern, sondern auch eine Menge sehr interessanter Leute aus der deutschen Startupszene kennen lernen. Als nächstes gilt es nun, die entsprechenden VCs, Business Angel etc. davon zu überzeugen, künftig mehr auf die soziale Rendite zu schauen… ;-) Mehr Infos findet Ihr auf dem entsprechenden Blogbeitrag von TechCrunch UK. Ein Foto von mir gibt’s hier (2. Von rechts).

Weiter ging es dann am Freitag, wo ich im Rahmen von Berlin08 an einer Podiumsdiskussion mit dem Namen „Web 2.0 – vom Mitmach-Web zur Mitmach-Gesellschaft” teilgenommen habe. Da das ursprünglich für die Veranstaltung vorgesehene Zelt nicht zur Verfügung stand, wurde versucht in einem vom Chaos Computer Club okkupierten Gebäude Zuflucht zu suchen. Als diese jedoch mitbekamen, dass besagte Diskussionsrunde vom SchülerVZ organisiert wurde, war plötzlich doch kein Platz mehr, und es musste ein weiteres Mal umgezogen werden. Insofern begann das “Spektakel” mit 1 ½ Stunden Verspätung in einem kleinen, mit allerlei Raumfahrtmodellen ausgestatteten Zimmer. Von den angekündigten 250 ZuhörerInnen waren dann auch nur noch ca. 25 übrig. So oder so fand ich‘s eine spannende Sache auf diese Weise mit ein paar SchülerInnen ins Gespräch zu kommen und auch die anderen Panel-Teilnehmer kennen zu lernen. Neben Oliver Skopec vom SchülerVZ, waren da noch Kerstin Kröning von Zoomer.de und Julia Balanowski von der Deutschen Jugendpresse (www.jugendpresse.de). Als Moderator konnte Denyo von der Band Beginner gewonnen werden, was mich persönlich ganz besonders gefreut hat (meiner Meinung nach haben die Jungs mit Bambule das beste Deutsche HipHop-Album aller Zeiten rausgebracht - sorry, konnte ich mir nicht verkneifen).

Der für mich krönende Abschluss der Woche war aber zweifelsfrei das Socialcamp. Nachdem es hier im Blog vor gut 3 Monaten das erste Mal angekündigt wurde, ist es nun Realität geworden. An dieser Stelle noch mal 1.000 Dank an alle TeilnehmerInnen, HelferInnen, Medienpartner, Förderer und Sponsoren. Meine persönlichen Eindrücke, Learnings… wird’s demnächst noch mal in einem gesonderten Beitrag geben. Bis dahin empfehle ich diese kleine Presseschau sowie die heutige (Print-) Ausgabe der taz (zumindest in Berlin wird das Socialcamp sogar auf der Titelseite erwähnt).


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