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Kiva.org - Mikrokredite selbstgemacht!
2.5.2008, 20:02 Uhr

Asha Bakari ist 22 Jahre alt, sie lebt in Tansania und ist die Besitzerin eines kleinen Geschäfts. Für dieses braucht sie dringend ein Darlehen, um ihr Sortiment zu vergrößern.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat sie ihr Projekt auf Kiva.org vorgestellt und es darüber geschafft, zusammen mit einer Gruppe anderer Geschäftsfrauen einen Mikrokredit zu bekommen.
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Was also ist Kiva?

Kiva ist eine Organisation, die es jedem Menschen mit Kreditkarte oder PayPal-Account über das Internet ermöglicht, Kleinstunternehmern in Entwicklungsländern Geld zu leihen.

Diese Gelder werden als Darlehn über die Kivaplattform an eine Partnerorganisation in dem jeweiligen Land vergeben, die diese an die ausgewählte Kreditnehmerin weiterleitet.

Da man als Kreditnehmer wie Kreditgeber auf Kiva mit eigenem Profil zu sehen ist, wurde die Seite auch schon als “Myspace der Entwicklungshilfe” bezeichnet. Dies mag allerdings nur auf den ersten Blick so erscheinen.

Bei Kiva handelt es sich nicht um ein Social-Network, denn eine Kommunikation der Nutzer untereinander ist nicht möglich. Im Mittelpunkt steht ganz klar die Darstellung der durch die Vergabe von Mikrokrediten entstandenen Geschäftsbeziehungen.

Kritische Stimmen behaupten jedoch, dass dies im Falle Kivas nicht zu erwarten sei, da Kivas Partnerorganisationen die Kredite zinslos erhalten (nicht jedoch die eigentlichen Kreditnehmerinnen) und es somit langfristig zu Marktverzerrungen und kontraproduktiven Abhängigkeitsverhältnissen kommen würde (ich verweise hier auf diesen Artikel auf Spiegel Online - auf den Basti hier noch etwas näher eingeht).

Trotz dieser Kritik entschied ich mich Kiva.org auszutesten, da mich die Idee einer einfachen, mikrokreditbasierten Unterstützung überzeugte.

Nun gut, und wie sieht das jetzt im Detail aus?

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Alternative Spendemethoden: “Webmiles für eine gute Sache”
20.3.2008, 16:47 Uhr

Neulich wurde ich in einem Brief informiert, dass ich “Webmiles” gesammelt hätte. Eigentlich stehe ich dem Sammeln von Rabatt- und Bonuspunkten eher skeptisch gegenüber, aber vor Jahren hatte ich wohl in einem schwachen Moment das Kästchen angekreuzt, das mich nun Webmiles sammeln lässt.

WebmilesNun gut, dachte ich, dann schaue ich mal nach, was ich für meine Punkte erhalten kann, wenn mein Konsumverhalten schon ausgewertet wird. Nach einem kurzen Blick auf die Broschüre stellte sich bei mir jedoch ein Gefühl von Ernüchterung ein. Selbst für die vorletzten Prämien (einen Kinogutschein oder einen Knuddelbären) brauchte ich ein Fünffaches von den Punkten, die ich in 3 Jahren angesammelt hatte. (ich gebe zu, mein Konsumverhalten ist nicht gerade “vorbildlich” um für Wirtschaftswachstum zu sorgen).

Ein wirkliches Interesse an den Prämien hatte ich nicht. Kurz bevor ich besagte Broschüre in den Papierkorb werfen wollte, erkannte ich jedoch, dass auch die Möglichkeit besteht, seine Punkte zu spenden.

Folgende versteckte Zeilen besagten folgendes:

“[…] oder spenden Sie Ihre Webmiles für einen guten Zweck [...] wir unterstützen den Sonnenhof der Björn-Schulz-Stiftung, ein liebevoller Ort für schwerkranke Kinder in Berlin-
Niederschönhausen”

In der Broschüre war die Björn-Schulz-Stiftung (www.bjoern-schulz-stiftung.de) als “Prämie” auf den letzten Platz gerückt und von mir fast übersehen worden. Leider war auch nicht erkennbar, was genau die Björn-Schulz-Stiftung davon hat, wenn ich meine 1500 Webmiles an sie spende.

Nach einem Telefonat mit dem zuständigen Spezialisten für “Webmiles” erhielt ich etwas mehr Klarheit.
Meine Frage, ob die Stiftung eine Geldauszahlung erhalten würde, oder ob diese nur die Webmiles bekommt, damit sie sich eine der Prämien leisten kann (den Kuschelbären oder das TV-Spielfilm-Abo), wurde zu meiner Zufriedenheit beantwortet:

“Ja die Stiftung erhält eine Geldauszahlung.” Das ist doch mal eine klare Aussage.

Auf meine Folgefrage “Ja und wie viel ist das denn?” Bekam ich leider keine konkrete Antwort.
So um die 20 € wären es wohl, wurde mir dann mitgeteilt. Auf meine weitere Nachfrage warum er denn nicht beantworten könne, wie viel denn nun gespendet würde, wurde ich auf die “Webmiles” Homepage verwiesen. Dort konnte ich auch nicht fündig werden und nur weitere Prämien wie z.B. Klingeltöne für Mobiltelefone entdecken.

So viel zum Thema Transparenz und Spenden, dachte ich mir und ließ meine Nachforschungen erst einmal auf sich beruhen.

Aber ich will gar nicht meckern, denn ich spendete meine 1500 Webmiles, was meiner Meinung auch die einzige sinnvolle Verwendung dieser Punkte darstellt.

Also wenn jemand Webmiles sammelt, dann sollte sich derjenige doch mal überlegen, ob er nicht seine Punkte spendet.

Das ist doch sicherlich besser als ein halbes Jahr eine Fernsehzeitung zu bekommen, oder?

Inspirative Bücher: Fast nackt
20.2.2008, 1:09 Uhr

Leo ist Journalist beim Guardian und eigentlich ein ganz normaler Großstadtbewohner. Dies ändert sich zu dem Zeitpunkt, an dem er sich entscheidet, ein “ethisches Experiment” anzufangen.

Sein bisheriges Leben (das von unkritischem Konsum dominiert war) wird nach ethischen Gesichtspunkten hinterfragt und diesbezüglich abgeändert.

Seine Frau wird überredet, bei dem Projekt mitzumachen (mehr oder minder freiwillig) und auch seine kleine Tochter Esme zieht im Kampf für die gute Sache die “ethisch korrekte”, wiederverwendbare Windel an (oder besser gesagt, bekommt sie von den Eltern übergestülpt).

Leo Hickmanns Buch - Fast nacktAls Unterstützung greift er auf drei Berater zurück, die seine Lebensgewohnheiten beobachten und ihm Änderungsvorschläge unterbreiten. Stückweise nehmen die Berater Leos Leben auseinander und zeigen ihm, was für negative Auswirkungen seine bisherige Lebensweise auf die Umwelt hat, und wie er das ändern kann. Zu dem ganzen Thema hat er übrigens auch eine Kolumne verfasst und sein Experiment in dem Blog “Ethical Living” häppchenweise an die Öffentlichkeit getragen)

Bei den Änderungsversuchen setzt dann der Unterhaltungswert des Buches “Fast nackt” ein, welches eben diese beschreibt auf sehr ironische Weise beschreibt. Von wiederverwendbaren Windeln (die auslaufen), bis hin zum eigenen Wurmkompost schildert Leo seine Versuche, sich vorbildlich zu verhalten.

Es wird dargelegt, welche Überlegungen sich der Autor über biologische Putzmittel, Müllvermeidung und die ökologisch verträgliche Umgestaltung seines Hauses macht. Besonders amüsant erschienen mir seine rationalen Ideen zu einem alternativen Weihnachtsfest.

“Ganz gleich, unter welchem Blickwinkel Sie es betrachten, einen Baum abzuholzen, ihn hunderte von Kilometern zu transportieren, elektrische Lichter daran zu hängen und ihn drei Wochen später wegzuwerfen, ist ein wenig verrückt. Am besten wäre es wahrscheinlich, überhaupt keinen Baum zu haben und nur eine Topfpflanze zu dekorieren, aber irgendwie vermittelt das nicht den gleichen Zauber. (Mummy, Mummy, wann dürfen wir die Zimmerlinde schmücken? )” (S. 303)

Außerdem wollte er seiner Familie ein vegetarisches Weihnachtsessen verabreichen (anstelle des obligatorischen Truthahns). Aber am Ende siegt dann doch der traditionelle Baum und es gibt Biofleisch.

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Inspirative Bücher: Rüdiger Nehberg - Die Autobiographie
17.1.2008, 22:24 Uhr

Hallo,

nun möchte ich mich hier auch mal zu Worte melden. Eine ausführliche Vorstellung meiner Person kann der “Über Uns”-Seite entnommen werden. (Ja, genau, ich bin der Kerl mit dem grauen Anzug und der Brille.) Da ich auch in der Blog-Redaktion tätig bin, wird auch von mir gelegentlich hier etwas zu lesen sein. Aus diesem Grund möchte ich auch die Rubrik “Inspirative Bücher” eröffnen.

Die Bücher, die hier vorgestellt werden, befassen sich (zumindest im weitesten Sinne) mit den Themengebiet “Weltverbesserung”.

Ein Buch das mir kürzlich in die Hände gefallen ist, (okay, genauer gesagt, es war ein Weihnachtsgeschenk, herzlichen Dank noch mal an dieser Stelle) ist die Autobiographie von Rüdiger Nehberg.

Rüdiger NehbergRüdiger Nehberg ist als Surrvival-Experte und Abenteurer bekannt. Durch seine medienwirksamen Aktionen für die Yanomami-Indianer in Brasilien hat er sich wiederholt pressewirksam für Menschenrechte eingesetzt. Er engagiert sich in letzter Zeit in der von ihm gegründeten Organisation Target. Diese setzt sich insbesondere für die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM: Female Genital Mutilation) ein und hilft den Frauen, die Opfer dieses Brauches werden.

Also, warum sollte man das Buch nun lesen, wenn man vieles über Herrn Nehberg auch aus dem Eintrag bei Wikipedia erfahren kann?

Allgemein zeigt das Buch den Werdegang des Abenteurers Rüdiger Nehberg. Seine Jugendjahre, in denen er sich z.B. durch Rattenfangen das Taschengeld aufbesserte, und seine Kontroversen zum konservativen Elternhaus werden beschrieben. Auch seine Lehrjahre als Konditor und seine erste weite Reise mit dem Fahrrad nach Marakesh werden dargestellt. Er berichtet von seiner Tätigkeit als selbständiger Konditor in Hamburg und wie er sich mit dem Thema Survival auseinandersetzte. Vor diesem Hintergrund wird auch dargelegt, warum er sich für Menschenrechte engagiert, und weshalb es zu der Gründung von Target kam. Dem Leser wird nahe gebracht, wie Nehbergs persönlicher Einsatz für die Menschenrechte motiviert ist, und welche Aktionen er diesbezüglich durchführte.

Das Ganze ist leicht zu lesen, und der nun über 70-jährige gibt auch offen einige Jugendsünden zu. Den Charme des Buches machen die Persönlichkeit des Autors und seine unterhaltsamen Anekdoten aus. Sein Werk ist mit einem Augenzwinkern zu lesen, was schon auf den ersten Seiten zu erkennen ist.

Bereits im Vorwort macht der Autor klar, dass ihn seine Lektorin und seine Lebensgefährtin zu diesem Buch anlässlich seines 70. Geburtstages überredet hätten. Da er ja schon viele Bücher geschrieben habe, könne er nun wirklich nichts “ganz” Neues aus dem Ärmel zaubern. Die argumentativen Bemühungen, sich gegen die beiden Frauen durchzusetzen, um keine Autobiographie schreiben zu müssen, scheiterten jedoch. Auch der Versuch, im “Nachwort des Vorworts” alle Kritik des Lesers auf die beiden Damen abzuwälzen, wird an dieser Stelle ignoriert. Die nun folgenden Worte sind direkt an Rüdiger gerichtet. (Das sei hier nur angemerkt, falls der Autor das lesen sollte und sich wegen S.13 seines Buches nicht als Adressat der Kritik sieht!)

Was im Vorwort angedeutet ist, trifft leider auf das Buch zu: Durch zu viele Verweise auf seine anderen Bücher wirkt es in manchen Teilen wie eine „Linkliste”. Wer kein eingefleischter „Rüdiger”-Fan ist, bleibt da etwas auf der Strecke. Der Inhalt ist zwar trotzdem nachvollziehbar, aber der Lesespaß leidet etwas darunter.

Ein weiterer Schwachpunkt des Buches ist, dass manche Themen und Ideen etwas zu oft wiederholt werden. Als Leser erhofft man sich zusätzliche Informationen und bekommt statt weiteren Ausführungen nur einen Verweis auf andere Bücher.

Resumé:
Rüdiger Nehberg ist eine beeindruckende Persönlichkeit, und allein aus diesem Grund ist das Buch durchaus lesenswert. Wer einen Überblick über die Aktionen von Nehberg, gewürzt mit Anekdoten, erhalten möchte, dem ist dieses Buch zu empfehlen. Mir persönlich hat das Buch gut gefallen, sozusagen ein leichter Buchsnack für zwischendurch.

Urteil:
Durchaus lesenswert, aber kein Muss.

Steve


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