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Archiv für Juli 2008

Elektroautos 2.0
30.7.2008, 13:26 Uhr

Der/Dem aufmerksamen LeserIn wird nicht entgangen sein, dass ich mich für besagte Technologie durchaus erwärmen kann. In diesem Zusammenhang mach ich auf einen älteren Blog-Artikel aufmerksam, der sich mit den Kosten beschäftigt, die ein Wechsel von benzin- auf strombetriebene Automobile verursachen würde.

Gründe für die Begeisterung gibt es viele. Zum einen wäre da eine deutliche Reduzierung des Verkehrslärms. Hier ist ein elektrogetriebener Antrieb gegenüber einem Verbrennungsmotor einfach deutlich im Vorteil und würde es mir hoffentlich ermöglichen, an heißen Tagen wie diesen, auch bei offenem Fenster schlafen zu können ohne auf Ohropax zurückgreifen zu müssen. Dazu kommt natürlich, dass zumindest die Autos selbst keinerlei Abgase ausstoßen. In Kombination mit dem zuvor genannten Punkt könnte dies viele Innenstadtbereiche mit ihren zahlreichen Straßencafes deutlich aufwerten.

Reva - Elektroauto Elektroauto 2.0 - Der Tesla-Roadster kann sich sehen lassen Wunderwerk der Technik, oder einfach nur zu schön um wahr zu sein: Der Lightning GT

Inwiefern es auch möglich ist die CO2 Bilanz des Individualverkehrs insgesamt zu verbessern, hängt natürlich entscheidend davon ab, woher der Strom kommt. Gerade hier sehe ich aber enorme Chancen, die erneuerbaren Energien besser zu nutzen. Als Beispiel sei der/die “typische BerufspendlerIn” genannt, die Ihren Wagen abends daheim abstellt und ihn für die nächsten 10-12 Stunden auch nicht mehr braucht. Wenn man nun “intelligente Steckdosen” dafür benutzt, den Auflademechanismus an das aktuelle Stromangebot zu koppeln, wäre es möglich, die starken Schwankungen, die gerade bei der Erzeugung von Windenergie auftreten, zu nutzen und so wenig wie möglich auf Gas-, Kohle und Atomstrom zurückgreifen zu müssen. Insofern würde dann es dann von der Umwelt abhängen, ob der Aufladezyklus von 19 -22 Uhr, 1:00 – 4:00 Uhr oder gar in mehreren Etappen stattfindet.

Als letztes, aber keinesfalls weniger wichtigen Punkt für das Elektroauto seien die Unterhaltkosten genannt. Selbst wenn die Benzinpreise in den nächsten Jahren wider Erwarten sinken sollten, ist es nur schwer vorstellbar, dass die Kosten pro gefahrenen Kilometer jemals unter die für elektrisch betriebene Autos fallen würden. Nach momentanen Schätzungen liegen diese nämlich in der Regel um mindestens 50% unter den ihrer ölbasierten Counterparts.

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Unwort Überbevölkerung
24.7.2008, 16:52 Uhr

Bin ich zu viel?Mit leichter Verspätung hier nun ein paar Worte zum Weltbevölkerungstag (11. Juli). An selbigem wurde ich mal wieder von verschiedenen Seiten mit der These belästigt, dass es auf unserem geliebten Planeten angeblich bald eng würde. Vorne mit dabei die Bild-Zeitung, welche unter der Schlagzeile “Wie viele Menschen verträgt unsere Erde?” wenig hoffnungsvolle Töne anschlägt. Während man aber beim Springer-Verlag, zumindest im Artikel selber, eine durchaus differenzierte Betrachtung an den Tag legt, muss man nicht lange suchen um “klarere” Worte zu finden. Als Beispiel sei hier der ehemalige Herausgeber von Capital und Impulse, Johannes Gross, zitiert: “Der Ruin des Planeten wäre selbst dann unvermeidlich, wenn die Erde ein Garten der politischen und ökologischen Vernunft werden. Die Erde ist nicht für fünf Milliarden Menschen gebaut.”

Um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken, sei gesagt, dass ich mir durchaus bewusst bin, dass gerade im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eine starkes Bevölkerungawachstum vieles nicht gerade einfacher macht. Dennoch halte ich zum einen Thesen wie die von Herrn Gross, für schlicht falsch (aktuell leben ca. 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde), zum anderen kann ich mich nach wie vor nicht mit dem Wort “Überbevölkerung” anfreunden. Obwohl ich sonst durchaus in der Lage bin, Dinge abstrakt zu betrachten, fällt es mir bei besagter Phrase einfach schwer, mir die Frage zu verkneifen, wer denn jetzt genau zu viel sei (am besten inkl. Name, Anschrift und Telefonnummer). Wenn man hier aber weiter denkt, dann kommt man schnell auf die Einwohner westlich geprägter Industrieländer (wir), deren Lebenswandel zwar offensichtlich zur Nachahmung einlädt, aber in der Tat wenig nachhaltig anmutet. Anstatt jedoch ernsthaft darüber nachzudenken, einen wirklich zukunftsfähigen Lebensstil zu entwickeln und somit jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, eine wirkliche Bereicherung für die Welt zu sein, wird im Zweifelsfall lieber darüber lamentiert, dass die Menschen in den Entwicklungsländern zu viel “schnackseln“.

Ohne auf die, in diesem Zusammenhang schizophren anmutende, Diskussion über rückläufige Geburtenraten einzugehen, will ich diesen Artikel lieber damit beenden, mich der Worte Mutter Teresas anzuschließen. Für sie macht die Aussage, es gäbe zu viele Kinder auf der Welt, ähnlich wenig Sinn, wie die Behauptung, es gäbe zu viele Sterne am Himmel oder Blumen auf dem Feld.

Helpedia-News vom 06 Juli – 22. Juli 2008
22.7.2008, 12:15 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Ouagadougou-Monopoly
Die Jungs vom ADAblog haben Ihre Erfahrungen in Burkina-Faso in eine eigene Monopoly-Variante fließen lassen und diese nach der (für mich) unaussprechlichen Hauptstadt des Landes benannt. Die teilweise sehr amüsanten Spielkarten und den dazugPlan wird auf der Seite auch zum Download bereitgestellt (via Africa-Help.org).

Netzwirken-Interview mit Achim Ritzmann
Ein weiteres Netzwirken-Interview, welches auf dem Socialcamp aufgenommen wurde. Dieses mal Achim Ritzmann von elargio.

Diplomarbeit über Social Entrepreneurship
In Zusammenarbeit mit Ashoka-Deutschland hat Michael Vollmann seine Diplomarbeit über Social Entrepreneurship in Netz gestellt. Obwohl ich gestehen muss sie bisher nur angelesen zu haben, wirkt diese auf mich sehr spannend. Hatte seiner Zeit auch mal geplant über Ähnliches zu promovieren, der Praxis aber dann doch den Vortritt gelassen (via social-startup).

Soziale Web-Startups
Ilona stellt auf “FÜR EINE BESSERE WELT” diverse soziale Web-Startups aus Deutschland sowie einige englische Vorbilder dar.

Das soziale Netz im Fernsehen
Glückwunsch an die Jungs von elargio und betterplace für diesen hübschen 3Sat-Bericht!

Mikrokredite – Zu viele Anekdoten, zuwenig Forschung (englisch)
Holden Karnofsky beschwert sich mal wieder, dass es zum Thema Mikrofinanzen-Mikrokredite mehr rührende Anekdoten, als wirklich kritische und tiefgehende Studien gibt.

Ehrenamt, Praktika, Zivildienst… der Woche
14.7.2008, 13:22 Uhr

Um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass der Helpedia-Blog zu einem reinen Vimeovideo-Vertriebskanal wird, hier mal wieder eine Meldung, die direkt mit unserem Angebot verknüpft ist. Neben dem deutschlandweiten NGO-Verzeichnis, ist unsere Engagement-Börse aktuell das zweite Kernstück von Helpedia. Zu unserer großen Freude füllt sich diese zusehends mit Leben, so dass wir künftig auch im Blog einige aktuelle Angebote präsentieren werden.

Also, hier nun die neuesten Angebote zur Mitarbeit im sozialen Bereich:

Zivildienst im Kindergarten (Bonn)
Kinderhaus Bonn e.V.

Ehrenamtliche Arbeit mit Menschen mit Down-Syndrom (Bergkamen)
Initiative Down-Syndrom Kreis Unna

KrankenpflegerIn / AltenpflegerIn für Menschen mit geistiger Behinderung (Dortmund)
Lebenshilfe Dortmund

Pädagogische Fachkraft für Menschen mit geistiger Behinderung (Dortmund)
Lebenshilfe Dortmund

Ehrenamtliche/r HelferIn im Sanitätsdienst (Frankfurt am Main)
DRK – Kreisverband Frankfurt am Main

Mehr Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit, Praktika, Zivildienst, Jobs, FSJ, FÖJ… gibt es hier.

Falls Ihr selbst gerade keine Möglichkeit habt Euch zu engagieren, aber eines der Angebote für eine/n Bekannte/n für Euch interessant sein könnte, lasst es sie/ihn wissen.

Matt tanzt um die Welt!
13.7.2008, 23:34 Uhr

Auf die Frage nach der Aussage seines Videos “Where the hell is Matt?” schreibt Matthew Harding: “Up to you. I’m just dancing.”

Für mich ist es ein wunderschönes Symbol dafür, dass wir Eine Welt sind, aber man kann es auch einfach nur so mögen.

Auf die Idee zu den Videos ist Matt übrigens eher zufällig gekommen. Im Anschluss an seine Schulzeit, hatte er angefangen als Entwickler von Computerspielen zu arbeiten. Als es aber darum ging die nächsten zwei Jahre seines Lebens damit zu verbringen an einem Produkt mit dem wohlklingenden Namen “Destroy all humans” (Zerstöre alle Menschen) mitzuwirken, war Matt der Meinung, dass es im Leben noch mehr geben müsste, kündigte seinen Job und machte sich auf Weltreise. Inspiriert von einem Freund fing er dort an seinen einmaligen “Tanzstil” vor interessanten Kulissen auf Video zu bannen. Dies wurde im Internet schnell zum Hit und seitdem sich für die Aktion auch noch ein Sponsor fand, hat Matt meines Wissen nach nicht viel anderes gemacht als um die Welt zu reisen und zu “tanzen”.

Zu tun was man will ist eine Sache, aber auch noch jemanden zu finden der einen dafür bezahlt… Auf jeden Fall eine inspirierende Alternative zur klassische Karriere!

Socialcamp - Der Film
6.7.2008, 17:13 Uhr

Endlich ist es soweit, der Socialcamp-Film ist fertig! Gibt meiner Meinung nach die Stimmung sehr gut wieder und animiert hoffentlich zur Nachahmung. Gerne könnt Ihr das Video auch in Eure Seite einbauen, auf diese verlinken, oder ihn Euch als .mov-Datei hier oder hier herunterladen (für nicht-kommerzielle Zwecke).

Helpedia-News vom 18 Juni – 05. Juli 2008
5.7.2008, 13:29 Uhr

Hier wie immer das Spannendste, was wir in den letzten Tagen im Internet von und über den gemeinnützigen Sektor gefunden haben (tagesaktuelle Links gibt’s rechts in der Sidebar):

Ist Mülltrennen vollkommen sinnlos?
Utopia bloggt jetzt auch. Na ja, was heißt bloggen, man veröffentlicht auf einer fremden Website Links auf das redaktionelle Angebot. So oder so habe ich dadurch einen hübschen Artikel zum Thema Mülltrennen gefunden. Wenn Euch das nächste Mal jemand erzählt, dass das ja gar nichts bringen würde, verweist ihn einfach auf obigen Beitrag.

Freiwilligendatenbank reloaded
Die Freiwilligendatenbank der Gesellschafter nutzt jetzt auch Google-Maps. Keine schlechte Idee, kommt mir aber irgendwie bekannt vor…

Weltbank identifiziert Biosprit als Preistreiber für Lebensmittel
Inzwischen hat auch die Weltbank erkannt, dass “Biosprit” wohl besser “Hungersprit” heißen sollte. Bis zu 75% der weltweiten Nahrungsmittelpreisexplosion sind nach Angaben dieser ja nicht ganz unbedeutenden Institution darauf zurückzuführen, dass ein steigender Anteil von Ackerfläche zur Herstellung für Tankfüllungen verwendet wird. Auch wenn andere Untersuchungen von niedrigeren Werten ausgehen, sollte inzwischen auch der letzten klar sein, dass die Energie der Zukunft anders aussehen muss..

Die Netzwirker-Interviews No. 12: Basti Schwiecker – Helpedia
In eigener Sache hier der Verweis auf ein Video, welches Jochen “Indy” Holtrup mit mir auf dem Socialcamp gemacht hat.

Compartamos Writes Letter to Microfinance Community (englisch)
Die größte Mikrofinanzinstitution Mexikos (Compartamos) geht auf die Kritik im Rahmen des Börsengangs ein, man hätte finanzielle über soziale Motive gestellt.

Request for Proposals: Social Actions Search Interface and Open API (englisch)
Peter Deitz von socialaction ist gerade dabei, eine einheitliche Suchmöglichkeit und Programmierschnittstelle für diverse englischsprachige, soziale Internetplattformen zu entwickeln. Dafür sucht er noch fähige Rubyprogrammierer (wer nicht…).

Great article about the rise of social venture capital (englisch)
Nathaniel Whittemore von do good well berichtet über den Aufstieg von Sozialem Venture Capital (hier, hier, hier!).

1. Socialcamp-Stammtisch
4.7.2008, 10:50 Uhr

Socialcamp-StammtischWie alle TeilnehmerInnen und aufmerksame Verfolger des Socialcamps ja bereits mitbekommen haben, gab es am letzten Tag besagter Veranstaltung den Vorschlag, im Rahmen eines “Stammtisches” auch weiterhin im realen Kontakt zu bleiben und die vielen Ideen voranzutreiben. Meiner einer war von diesem Vorschlag zwar anfänglich auch sehr angetan, befürchtete aber, dass die erste Euphorie schnell verfliegen und sich ein solches Treffen allzu bald zu einem reinen Zwiegespräch entwickeln würde. Erfreulicher Weise hatte ich das Interesse aber unterschätzt: Knapp 20 SocialcamperInnen haben sich am vergangenen Dienstag im taz-Cafe im Zentrum Berlins eingefunden (auf dem Bild ist nur ein kleiner Teil der Truppe zu sehen). Neben dem Austausch von Eindrücken und Rechnungen wurde auch eine erste Version des Socialcamp-Films gezeigt, der auf große Begeisterung stieß (das finale Produkt geht in den nächsten Tagen online).

Im Anschluss wurde besprochen, ob man in Zukunft nicht über das Konzept des Stammtisches (lockerer Austausch beim Bier) hinausgehen und dem Ganzen etwas mehr Struktur geben sollte (und einen anderen Namen). In diesem Zusammenhang kam der Vorschlag auf, sich am so genannten Web-Montag zu orientieren. Auf diesen Veranstaltungen gibt es neben besagtem Austausch in Regel auch noch ein paar Kurzvorträge zum Thema. Ne spontane Idee, die mir gekommen ist, wäre auch, das Ganze bei Gelegenheit mit dem Event Pitch for Inspiration zu kombinieren, welches die Agentur Vogelfrei (beim Socialcamp fürs Catering verantwortlich) künftig in regelmäßigen Abständen durchführen will. Bis dahin findet Ihr erstmal hier weitere Informationen.

Ansonsten wird – wie gesagt – noch ein Name gesucht. Bisherige Vorschläge waren u.a. Socialcamp-Dienstag, Social-Dienstag, Social-Tuesday (mit dem Hintergedanken es jeden 1. Dienstag im Monat stattfinden zu lassen), Socialcamp-Monthly, Socialbar… Freue mich über Vorschläge per Kommentar oder direkt im Socialcamp-Forum (andere Ideen oder Anregungen sind natürlich auch willkommen).


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