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Archiv für Januar 2008

Einfach helfen: Energiesparlampen reindrehen!
31.1.2008, 18:57 Uhr

Die Inspiration zu diesem, zugegeben nur mäßig innovativ klingendem Beitrag kam dieses Mal nicht von we-are-what-we-do, sondern von der CO2-Kampagne, hinter der wiederum die Projektwerkstatt von Prof. Faltin steht (via Alles-was-gerecht-ist). Letzterer hat ja schon mit der Teekampagne bewiesen, dass man durch den Verkauf in großen Mengen sowie den Verzicht auf Zwischenhändler und unnötige Verpackungen ausgezeichnete Qualität zu sehr günstigen Preisen anbieten kann ohne dabei Abstriche bezüglich ökologischer und sozialer Kriterien machen zu müssen. Außerdem setzt sich der Gute im Rahmen des Labors für Entrepreneurship auch vorbildlich für das (soziale) Unternehmertum in Deutschland ein (die haben auch nen guten Blog)

CO2-KampagneAber zurück zur CO2-Kampage: Für schlappe 29,2 28,8 € (inkl. Versand) bekommt man hier satte 10 Energiesparlampen die mit ihren 11 Watt für jeweils soviel Licht sorgen wie eine herkömmliche 60 Watt Lampe. Obwohl deutlich billiger als im konventionellen Fachhandel liegt man damit preislich aber noch immer über dem, was man für klassische Glühlampen ausgeben müsste. Dies gilt allerdings nur für die Anschaffungskosten. Da Energiesparlampen deutlich länger halten und daher weniger oft ausgewechselt werden müssen, ergeben sich in Kombination mit der entsprechenden Stromersparnis über den gesamten Lebenszyklus eines solchen 10er-Packs Einsparungen von über 700 €! Ohne das jetzt konkret nachgerechnet zu haben dürfte man dabei auf Renditen kommen, die selbst erfolgreiche Hedge-Fonds vor Neid erblassen lassen. Dass man dadurch zusätzlich noch über 2 Tonnen CO2 einspart gibt’s dann sozusagen als Bonus gratis dazu.

Mehr Infos gibt’s auf der Website der Kampagne (siehe oben) oder in deren Blog.

Wie man darüber hinaus noch dazu beitragen kann, weniger CO2 in die Luft zu blasen, kann man auf der Website der gemeinnützigen GmbH co2online nachlesen (www.co2online.de), welche von Ashoka-Fellow Dr. Johannes D. Hengstenberg betrieben wird.

Einfach helfen: Organspendeausweis zulegen!
28.1.2008, 14:59 Uhr

Nicht zuletzt inspiriert von we-are-what-we-do haben ich mich nach Jahren der guten Vorsätze endlich dazu durchgerungen mir einen Organspendeausweis zuzulegen. Wenn man bedenkt wie einfach es ist kann ich nur sagen, “Asche auf mein Haupt” so lange gewartet zu haben!

OrganspendeausweisIn Deutschland warten momentan etwa 12.000 PatientInnen auf ein Organspende. Dem stehen jährlich allerdings nur etwa 1.300 SpenderInnen gegenüber, was dazu führt, dass viele Menschen sterben müssen, weil kein Organ rechtzeitig zur Verfügung steht. Ein Grund hierfür besteht sicherlich darin, dass momentan nur ca. 12% der Deutschen einen Organspendeausweis bei sich tragen, obwohl über 80% Organtransplantationen prinzipiell für eine gute Sache halten (so sagte man mir zumindest bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation)

Wenn auch Du zu besagten 80% gehörst, dann genug der Vorrede und los geht’s! Klick einfach auf das Bild und Du gelangt automatisch zu einem Organspendeausweis im PDF-Format. Den kannst Du dann gleich online ausfüllen, sofort ausdrucken und Dir ins Portmonee stecken. Wer weiß, vielleicht rettest Du dadurch ja mal ein Leben!

Wer noch immer Bedenken hat, dem sei ein Besuch auf der entsprechenden Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfohlen, Dort wird auf alle Fragen eingegangen und auch eine türkische Version des Organspendeausweises angeboten.

Wenn Du Dich vorher noch von ein paar Stars und Sternchen inspirieren lassen möchtest, dann schau doch mal bei dem Verein “Junge Helden” vorbei (www.junge-helden.org). Dort kommen auch Leute wie Jürgen Vogel, Barbara Schöneberger und Co. zu Wort.

P.S. Habe gerade gesehen, dass sich hier auch der gute Robert Basic der Sache angenommen hat. Schön zu sehen wenn sich auch die großen Blogger für so etwas einsetzen.

Social Entrepreneurs: Bill Drayton (Ashoka)
23.1.2008, 11:30 Uhr

Nachdem ich in meinem Beitrag über die Grameen Bank ja schon das ein oder andere mal das Wort Social Entrepreneurship gebraucht und auch schon mit einigen Namen um mich geschmissen habe, will ich das Thema nun in der Tat ein wenig näher beleuchten. In diesen wie in kommenden Beiträgen sollen daher ein paar Menschen und Projekte vorgestellt werden, die zwar nicht alle direkte Vorbilder, in jedem Fall aber Inspirationsquelle für Helpedia waren und sind.

Um möglichen Irritationen vorzubeugen, sei noch eine kurze Definition des Begriffes vorangestellt wie ich ihn auf der Website von Ashoka-Deutschland gefunden habe:

“Social Entrepreneurship (Sozialunternehmertum) ist unternehmerisches Handeln, das auf die nachhaltige Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit innovativen und skalierbaren Mitteln abzielt, anstatt profitorientierte Ziele zu verfolgen.”

Nun aber endlich zu Bill Drayton, der den Begriff des Social Entrepreneurs wie wohl kaum ein anderer geprägt hat und auch schon als “godfather of social entrepreneurship” bezeichnet wurde. 1981, als er noch bei McKinsey gearbeitet hat, gründete er die gemeinnützige Organisation Ashoka mit dem Ziel, herausragende Social Entrepreneurs zu finden und zu unterstützen (erstaunlich, das er Zeit dafür hatte, so was nebenbei zu machen…). Das Neue an seinem Ansatz war, dass Ashoka im Gegensatz zu klassischen Stiftungen bewusst nicht auf Projekte, Organisationen oder auch nur Ideen sondern einzelne Menschen setzt. Laut Mr. Drayton gibt es nichts Kraftvolleres, als eine gute Idee in den Händen eines Social Entrepreneurs, und ich will ihm da nicht widersprechen. So gab es auch schon vor Muhammad Yunus Mikrokrofinanzinstitutionen, aber erst er hat daraus eine weltweite Bewegung zur Bekämpfung extremer Armut gemacht. Interessanter Weise scheint die Fokussierung auf Einzelpersonen inzwischen auch in der kommerziell ausgerichteten Venture Capital Szene die Runde zu machen (nachzulesen etwa hier oder hier).

Heute hat Ashoka mehr als 1.800 Fellows (eine Art „Stipendiaten) in über 60 Ländern ausgewählt, davon auch 13 in Deutschland. Eine Handvoll der prominentesten Beispiele sowie ein paar grundsätzlichen Überlegungen finden sich in David Bornsteins lesenswertem Buch „Die Welt verändern. Social Entrepreneurs und die Kraft neuer Ideen“.

Meiner einer ist spätestens seit er 2003 als Protokollant auf dem Grameen-Ashoka-Dialogue die Möglichkeit hatte, einige der Fellows persönlich kennen zu lernen, großer Ashoka Fan. Verdammt beeindruckt von den verschiedenen Persönlichkeiten und deren Projekten kam ich mir damals vor wie ein Möchtegernfußballprofi, der am Training der deutschen Nationalmannschaft teilnehmen darf. Der Auswahlprozess von Ashoka mag lang und umständlich erscheinen, sorgt aber für eine Konzentration auf die wirklich herausragenden Player im sozialen Bereich, die dann mit Geld, Kontakten und Reputation dabei unterstützt werden, ihre Ziele zu erreichen.

Mehr über Bill und Ashoka könnt Ihr hier in seinen eigenen Worten erfahren (leider nur in Englisch):

Großartige Anzeige!
20.1.2008, 1:28 Uhr

WWF-Werbung

via Karmakonsum

Mikrokredit-Zinsen
19.1.2008, 13:53 Uhr

Da ich in aufgrund meiner kleinen Artikelserie über die Grameen Bank wiederholt auf die Hintergründe sowie Sinn und Unsinn der Mikrokredit- bzw. Mikrofinanzbewegung angesprochen wurde, will ich hier zumindest ganz kurz auf einen der Hauptvorwürfe eingehen.

Ein immer wieder aufkommender Kritikpunkt besteht darin, dass man den oft bitterarmen Menschen keine Zinssätze von 20% oder mehr zumuten könne. Im ersten Moment mag das in der Tat unmenschlich klingen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass dies, gerade im Sinne der besagten Zielgruppe, nicht nur sinnvoll, sondern sogar notwendig ist.

Erst einmal muss man sich klarmachen, dass der Personalaufwand, um seriös über einen Kreditantrag zu entscheiden, unabhängig davon ist, ob man nun 50.000€ oder nur 50€ zu verleihen gedenkt. Ein gewichtiger Unterschied besteht allerdings darin, dass ein Zinssatz von 10%, auf 50.000€ bezogen, zu stattlichen Einnahmen von immerhin 5.000€ führt. Diese sind, selbst nach Abzug eventueller Refinanzierungskosten, ausreichend um einen entsprechenden Kreditsachbearbeiter den einen oder anderen Tag zu beschäftigen. 10% von 50€ sind hingegen nur 5€ und damit kommt man auch in Bangladesch nicht sehr weit. In absoluten Zahlen gesehen sind die Zinsen, die von den meisten Mikrofinanzinstitutionen verlangt werden, also sogar verdammt niedrig. Dies fällt auch auf, wenn man sie mit den Sätzen der häufig einzigen Alternative, nämlich den klassischen Kredithaien, vergleicht. Diese verlangen nicht selten 1000% oder mehr pro Jahr. Es ist außerdem wichtig zu berücksichtigen, dass die Investitionen, die aus den Mikrokrediten finanziert werden, in den meisten Fällen hoch profitabel sind. Oftmals wird es den KreditnehmerInnen durch eine entsprechende Investition überhaupt erst möglich, ihre Arbeitskraft produktiv einzusetzen. So banal es klingt, aber einen Schuhputzkasten oder eine Rikscha zu haben oder nicht zu haben macht einen riesigen Unterschied. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital bei derartigen Mikroinvestitionen liegt in der Regel bei weit über 100% pro Jahr und ist somit deutlich höher als die Zinssätze sämtlicher Mikrofinanzinstitutionen.

Natürlich kann man immer noch argumentieren, dass es dennoch fair wäre, den armen Menschen keine Zinsen aufzudrücken, selbst wenn sie diese zurückzahlen können. Auch hier bin ich allerdings anderer Meinung und glaube, es wäre gerade für die Menschen, die man eigentlich unterstützen möchte, fatal, darauf zu verzichten. Ohne Zinsen hat keine Finanzinstitution auch nur die Aussicht, jemals aus der Abhängigkeit von externen Zuschüssen auszubrechen. Da derartige Fördergelder aber extrem begrenzt sind, würde es Jahrzehnte dauern, bis der riesige Kapitalbedarf der geschätzt 500 Millionen KleinstunternehmerInnen in Schwellen- und Entwicklungsländern durch Spenden oder staatliche Zuschüsse gedeckt würde. Wenn man also darauf verzichtet, Zinsen zu nehmen, um damit die laufenden Kosten zu decken sowie Investitionen in neue Filialen und Mitarbeiter zu finanzieren, trägt man zumindest indirekt dazu bei, weiterhin Millionen armer Menschen den Zugang zu Krediten und damit oftmals auch die Chance auf eine bessere Zukunft zu verwehren.

Wer noch immer Zweifel hat, dem möchte ich bitten, einen Blick in meine Diplomarbeit von 2004 zu werfen, in der ich mich noch etwas intensiver mit dieser Frage auseinander gesetzt habe:

Sorry, leider nur in (schlechtem) Englisch vorhanden.Wenn’s noch Fragen gibt, dann immer her damit!

Inspirative Bücher: Rüdiger Nehberg - Die Autobiographie
17.1.2008, 22:24 Uhr

Hallo,

nun möchte ich mich hier auch mal zu Worte melden. Eine ausführliche Vorstellung meiner Person kann der “Über Uns”-Seite entnommen werden. (Ja, genau, ich bin der Kerl mit dem grauen Anzug und der Brille.) Da ich auch in der Blog-Redaktion tätig bin, wird auch von mir gelegentlich hier etwas zu lesen sein. Aus diesem Grund möchte ich auch die Rubrik “Inspirative Bücher” eröffnen.

Die Bücher, die hier vorgestellt werden, befassen sich (zumindest im weitesten Sinne) mit den Themengebiet “Weltverbesserung”.

Ein Buch das mir kürzlich in die Hände gefallen ist, (okay, genauer gesagt, es war ein Weihnachtsgeschenk, herzlichen Dank noch mal an dieser Stelle) ist die Autobiographie von Rüdiger Nehberg.

Rüdiger NehbergRüdiger Nehberg ist als Surrvival-Experte und Abenteurer bekannt. Durch seine medienwirksamen Aktionen für die Yanomami-Indianer in Brasilien hat er sich wiederholt pressewirksam für Menschenrechte eingesetzt. Er engagiert sich in letzter Zeit in der von ihm gegründeten Organisation Target. Diese setzt sich insbesondere für die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM: Female Genital Mutilation) ein und hilft den Frauen, die Opfer dieses Brauches werden.

Also, warum sollte man das Buch nun lesen, wenn man vieles über Herrn Nehberg auch aus dem Eintrag bei Wikipedia erfahren kann?

Allgemein zeigt das Buch den Werdegang des Abenteurers Rüdiger Nehberg. Seine Jugendjahre, in denen er sich z.B. durch Rattenfangen das Taschengeld aufbesserte, und seine Kontroversen zum konservativen Elternhaus werden beschrieben. Auch seine Lehrjahre als Konditor und seine erste weite Reise mit dem Fahrrad nach Marakesh werden dargestellt. Er berichtet von seiner Tätigkeit als selbständiger Konditor in Hamburg und wie er sich mit dem Thema Survival auseinandersetzte. Vor diesem Hintergrund wird auch dargelegt, warum er sich für Menschenrechte engagiert, und weshalb es zu der Gründung von Target kam. Dem Leser wird nahe gebracht, wie Nehbergs persönlicher Einsatz für die Menschenrechte motiviert ist, und welche Aktionen er diesbezüglich durchführte.

Das Ganze ist leicht zu lesen, und der nun über 70-jährige gibt auch offen einige Jugendsünden zu. Den Charme des Buches machen die Persönlichkeit des Autors und seine unterhaltsamen Anekdoten aus. Sein Werk ist mit einem Augenzwinkern zu lesen, was schon auf den ersten Seiten zu erkennen ist.

Bereits im Vorwort macht der Autor klar, dass ihn seine Lektorin und seine Lebensgefährtin zu diesem Buch anlässlich seines 70. Geburtstages überredet hätten. Da er ja schon viele Bücher geschrieben habe, könne er nun wirklich nichts “ganz” Neues aus dem Ärmel zaubern. Die argumentativen Bemühungen, sich gegen die beiden Frauen durchzusetzen, um keine Autobiographie schreiben zu müssen, scheiterten jedoch. Auch der Versuch, im “Nachwort des Vorworts” alle Kritik des Lesers auf die beiden Damen abzuwälzen, wird an dieser Stelle ignoriert. Die nun folgenden Worte sind direkt an Rüdiger gerichtet. (Das sei hier nur angemerkt, falls der Autor das lesen sollte und sich wegen S.13 seines Buches nicht als Adressat der Kritik sieht!)

Was im Vorwort angedeutet ist, trifft leider auf das Buch zu: Durch zu viele Verweise auf seine anderen Bücher wirkt es in manchen Teilen wie eine „Linkliste”. Wer kein eingefleischter „Rüdiger”-Fan ist, bleibt da etwas auf der Strecke. Der Inhalt ist zwar trotzdem nachvollziehbar, aber der Lesespaß leidet etwas darunter.

Ein weiterer Schwachpunkt des Buches ist, dass manche Themen und Ideen etwas zu oft wiederholt werden. Als Leser erhofft man sich zusätzliche Informationen und bekommt statt weiteren Ausführungen nur einen Verweis auf andere Bücher.

Resumé:
Rüdiger Nehberg ist eine beeindruckende Persönlichkeit, und allein aus diesem Grund ist das Buch durchaus lesenswert. Wer einen Überblick über die Aktionen von Nehberg, gewürzt mit Anekdoten, erhalten möchte, dem ist dieses Buch zu empfehlen. Mir persönlich hat das Buch gut gefallen, sozusagen ein leichter Buchsnack für zwischendurch.

Urteil:
Durchaus lesenswert, aber kein Muss.

Steve

Gemeinnützige GmbH !?!
15.1.2008, 19:35 Uhr

Wie unserem Impressum zu entnehmen ist, handelt es sich bei Helpedia um eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (auch gGmbH genannt). In der Annahme, dass dem einen oder anderen nicht ganz klar ist, was das ist, will ich hier ganz kurz darauf eingehen.

Bei einer gGmbH handelt es sich einerseits um eine ganz normale GmbH. So gibt es zum Beispiel Gesellschafter, die Anteile an der gGmbH halten und auch einen oder mehrere Geschäftsführer bestimmen können. Auf der anderen Seite ist eine gGmbh jedoch eine klassische gemeinnützige Organisation. Sie muss gemeinnützige Zwecke verfolgen und wird dahingehend auch regelmäßig vom Finanzamt überprüft. Des Weiteren dürfen grundsätzlich keine Ausschüttungen an die Gesellschafter vorgenommen werden, sondern sämtliche Einnahmen, ob aus Spenden oder wirtschaftlicher Betätigung, müssen den gemeinnützigen Satzungszwecken zufließen.

Das heißt zwar nicht, dass es unmöglich ist, Mitarbeiter zu bezahlen, aber auch hier unterliegen die Gehälter indirekten Höchstgrenzen, sie dürfen nämlich keine versteckten Ausschüttungen darstellen. Auf Helpedia bezogen bedeutet dies ganz einfach, dass es zumindest keine rechtlichen Hindernisse gibt, aus meiner jetzigen Position als ehrenamtlicher Geschäftsführer eine bezahlte zu machen (wie z.B. bei Greenpeace, Brot für die Welt, … ), aber reich werden kann mit dem Projekt niemand.

Auf der anderen Seite bestehen natürlich auch zahlreiche Vorteile, die eine Anerkennung als gemeinnützig mit sich bringt. Neben positiverer Außenwirkung und erhöhter Glaubwürdigkeit wären hier vor allem die zumindest teilweise Befreiung von Körperschafts- und Gewerbesteuer sowie die Möglichkeit Spendenbescheinigungen auszustellen zu nennen.

Diese Gründe haben natürlich auch eine Rolle bei unserer Entscheidung für die Rechtsform der gGmbH gespielt, wobei wir der Kapitalgesellschaft gegenüber dem klassischen Verein den Vorzug gegeben, um uns zum einen einige organisatorische Dinge zu erleichtern, zum anderem aber um unsere unternehmerische Einstellung zu unterstreichen.

Weitere Informationen zur gGmbH findet Ihr bei Wikipedia (sorry, den Link konnte ich mir nicht verkneifen, was Ihr eigentlich sucht findet Ihr wohl eher hier).

Von der Grameen Bank zu Helpedia (3. Teil)
14.1.2008, 13:39 Uhr

Willkommen zum 3. und letzten Teil meiner kleinen Blog-Serie über meine Erfahrungen mit der Grameen Bank in Bangladesch.

Um zu “Von der Grameen Bank zu Helpedia (1. Teil)” bzw. zu “Von der Grameen Bank zu Helpedia (2. Teil)” gelangen, folgt einfach den Links.

Zurück in Dhaka und nach einem wohlverdienten (?) Ruhetag besichtigten wir ein Grameen-Bank-Nachahmerprogramm in der Nähe meines Hotels. Auch hier das gleiche Bild. Es ist erstaunlich zu sehen, dass man armen Menschen keinen Job oder eine Ausbildung zu geben braucht, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Man muss ihnen einfach etwas Geld überlassen, und sie werden schonEssen in Bangladesch Mittel und Wege finden, dieses produktiv einzusetzen. Statt wie andere Hilfsprogramme zu versuchen, die Armen mit neuen Fähigkeiten auszustatten, baut die Grameen Bank auf den bestehenden auf und ist damit sehr erfolgreich. Laut einer Studie der Welt Bank durchbrechen jedes Jahr 5% der Kreditnehmerinnen und deren Familien die Armutsgrenze, und einer bereits erwähnten internen Untersuchung zu Folge, haben dies insgesamt schon fast die Hälfte der Kundinnen geschafft. Am nächsten Abend (es war mein Geburtstag, was jedoch niemand wusste) haben die gute Kashfia und deren Familie alle Teilnehmer besagten Ausflugs und eine australische Praktikantin zum Abendessen eingeladen. Selten so gut gegessen!! Auch die Atmosphäre war sehr, sehr nett, und ich kam mir aufgrund der vielen internationalen Gäste mal wieder vor wie auf nem kleinen UN-Gipfel. Auch die etwas eigentümlichen Tischsitten konnten der guten Laune keinen Abbruch tun. Zum einen pflegt man hier mit den Händen zu essen, zum anderen nehmen die Gastgeber nicht zusammen mit den Gästen am Tisch Platz, sondern stehen während des gesamten Essens darum herum und fragen alle 20 Sekunden, ob man irgendeinen Wunsch habe. Tja, andere Länder andere Sitten… ;-). Auf der Fahrt ins Hotel hatte sich dann doch noch rumgesprochen, was vor genau 24 Jahren passiert ist, und so ließen es sich die Repräsentanten der Karibik nicht nehmen, mir ein Geburtstagslied nach dem anderen zu singen, so dass mir doch noch gehuldigt wurde wie es gut und richtig ist ;-).

Bevor ich auf aktuelle Ereignisse zu sprechen komme, will ich noch kurz kundtun, inwiefern mich die beobachtete Armut berührt hat.

Bangladesch ist das ärmste Land, welches ich bisher besucht habe. Obwohl Hungersnöte größeren Ausmaßes in den letzten JahrenBettlerinnen? Nein, Kundinnen!nicht mehr vorgekommen sind, gibt es nach wie vor eine Vielzahl von Menschen die unterernährt sind und von 3 Mahlzeiten am Tag nur träumen können. Man muss kein Ernährungswissenschaftler sein, um dies zu bemerken, für jeden der mit offenen Augen durch dieses Land geht ist es offensichtlich. In Dhaka werde ich jeden Tag von zahlreichen Bettlern angesprochen, von denen viele so verstümmelt sind, wie ich es bisher noch nicht gesehen habe. Kinderarbeit ist gang und gebe, und wenn ich abends durch die Strassen gehe, sehe ich, wie es sich einzelne Menschen, teilweise aber auch ganze Familien, auf dem Asphalt „bequem“ machen. Darunter ebenfalls Kinder, die um diese Zeit eigentlich mit ihren Eltern streiten sollten, ob sie noch etwas fernsehen dürfen, bevor sie in IHR Bett in IHREM Zimmer gehen. Für diese Personen wie auch für die bereits erwähnten Bettlerinnen in den Dörfern wird es jedoch erst richtig schwierig, wenn ihnen irgendetwas zustößt (Unfall, Alter, Krankheit). Oft bleibt ihnen dann nichts anderes als zu beten und auf ein besseres Leben nach dem Tod zu hoffen.

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Wohlfahrtskartell im Gemeinnützigen Sektor?
12.1.2008, 0:51 Uhr

Ob in der Pflege oder der Behindertenbetreuung - In Deutschland können sich die Kommunen auf das weit verzweigte Netzwerk der großen Wohlfahrtsverbände, wie Caritas oder Diakonie, stützen. Werden aber dadurch kleinere Anbieter von Sozialen Diensten benachteiligt? Ein 7-Minuten Beitrag des ZDF-Politmagazin Frontal vom 9.Januar hinterfragt kritisch die derzeitige Vergabepraxis von kommunalen Aufträgen in der Behindertenbetreuung und ist hier abrufbar.

Bis später,

Simon

Von der Grameen Bank zu Helpedia (2. Teil)
9.1.2008, 12:54 Uhr

Wie angedroht hier nun der 2. Teil meiner kleinen Blog-Serie über meine Erfahrungen mit der Grameen Bank in Bangladesch.

Um zu “Von der Grameen Bank zu Helpedia (1. Teil)” zu gelangen folgt einfach dem Link.

Bevor ich weiter auf meine Erlebnisse in und mit der Grameen Bank eingehe, will ich ganz kurz deren Geschichte und die ihr zugrunde liegende Philosophie skizzieren:

Als Bangladesch 1974 von einer schweren Hungersnot geplagt wurde, ging Muhammad Yunus, dem damalige Leiter derZu Gaste beim wöchentliches Treffen der Kreditnehmerinnenwirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Chittagong, die Nutzlosigkeit seiner Lehrtätigkeit auf. Wozu dienen schöne und elegante Theorien, wenn Menschen auf den Bürgersteigen und vor den Hauseingängen verhungern? Um herauszufinden wie er konkret helfen konnte, besuchte er das Dorf Jobra und traf dort Sofia Begum, die sich durch die Herstellung von Bambushockern am Leben hielt. Da sie sich die 22 Cent für die täglich notwendigen Rohmaterialien aber nicht leisten, konnte lieh sie sich das Geld von einem Zwischenhändler unter der Bedingung, dass sie ihm am Ende eines jeden Tages den Hocker für 24 Cent überlassen musste, ihr blieben also lediglich 2 Cent. Ja, Du hast richtig gelesen, 2 Cent! Das war auch 1974 in Bangladesch kaum zu viel zum sterben. Wenn man in den Nachrichten hört, es gäbe weltweit über 1,3 Milliarden Menschen, die mit weniger als 1 Dollar pro Tag auskommen müssten, so heißt weniger nicht automatisch 99 Cent.

Nach einer Befragung weiterer Personen im Dorf stellte sich heraus, dass hier 42 weitere Menschen mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Insgesamt waren sie mit sage und schreibe 27 Dollar bei Zwischenhändlern und Geldverleihern verschuldet, die kein Interesse daran hatten, irgendetwas an diesem Abhängigkeitsverhältnis zu ändern. Professor Yunus entschloss sich, den Armen die genannte Summe zu leihen, ohne jedoch dabei die üblichen Wucherzinsen zu nehmen (anfänglich nahm er überhaupt keine Zinsen). Später institutionalisierte er diesen Ansatz, und heute verleiht die Grameen Bank Geld an über 2,7 MillionenStraßenszene in DhakaMenschen, von denen fast die Hälfte bereits die Armutsgrenze überschritten hat (um den ersten Kredit bei der Grameen Bank zu erhalten muss man nachweislich arm sein). Bis auf die Jahre 1983, 1991 und 1992 hat die Grameen Bank jedes Jahr einen Gewinn erwirtschaftet und nimmt seit 1998 keine Spendengelder oder zinsvergünstigte Kredite mehr an [Anmerkung von Basti 2008: Inzwischen muss ich kritisch anmerken, dass die Grameen Bank nicht gerade berühmt für die Qualität ihrer Jahresabschlüsse ist und durch Garantien der Regierung auch nach 1998 in den Genuss indirekter Zinssubventionen gekommen ist. Das ändert allerdings nichts an der grundsätzlichen Aussage und da die Bank inzwischen über mehr Einlagen als ausstehende Kredit verfügt, spielen Zinssubventionen ohnehin keine Rolle mehr]. Die Idee des Mikrokredits wurde seitdem in zahlreiche Länder übertragen (u.a. in die USA), und inzwischen profitieren mehr als 50 Millionen Familien weltweit von ähnlichen Programmen. Entgegen aller Voraussagen sind die Armen sowohl gewillt als auch in der Lage, die aufgenommenen Kredite inklusive Zinsen zurückzuzahlen. Mit 99% ist die entsprechende Quote bei der Grameen Bank (GB) deutlich höher als bei wahrscheinlich sämtlichen Banken der Industrieländer. Da man sich aber auch bei der GB bewusst ist, dass Kleinstkredite nicht allein die Armut beenden können, wurden bis zum heutigen Tage 22 (finanziell unabhängige) Tochterunternehmen gegründet, die sich ebenfalls dem Ziel der Armutsbekämpfung verschrieben haben. So werden z.B. mit Hilfe von Mobiltelefonen (die Besitzerin wird zur „Telefonzelle“ des Dorfes) oder Solaranlagen Einkommensquellen für die Bedürftigsten geschaffen. Die Bank gehört im Übrigen zu 93% den Kreditnehmerinnen selbst, die auch 9 der 12 Aufsichtsratmitglieder stellen (den Rest stellt die Regierung von Bangladesch).

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